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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Werkstudent Projektmanagement Hochbau

Werkstudentinnen und Werkstudenten im Projektmanagement Hochbau arbeiten neben dem Studium in Baufirmen, Planungsbüros oder bei Bauherren mit und unterstützen Projektleitung und Bauleitung bei Terminen, Kosten, Dokumentation und Ausschreibungen. Die Stelle ist eine befristete Tätigkeit während eines Studiums und oft der Einstieg in eine spätere Festanstellung.

Das Berufsbild

Was macht ein Werkstudent im Projektmanagement Hochbau?

Die Arbeit besteht zum größten Teil aus Zuarbeit für Projektleiter und Bauleiter bei Neubauten, Sanierungen oder Umbauten von Wohn-, Büro- und Gewerbegebäuden. Typisch sind Besprechungsprotokolle schreiben, Terminpläne in Programmen wie MS Project pflegen, Mengen aus Plänen ermitteln und Kostenaufstellungen aktualisieren. Dazu kommen Ausschreibungsunterlagen zusammenstellen, Angebote von Nachunternehmern in Preisspiegeln vergleichen und Nachträge zur Prüfung vorbereiten. Wer in einer Baufirma arbeitet, begleitet häufig Baustellenbegehungen, fotografiert den Baufortschritt, führt Mängellisten und verwaltet Pläne und Lieferscheine. Bei Projektsteuerern und Bauherren liegt der Schwerpunkt stärker auf Berichten, Kostenkontrolle und Abstimmung mit Planungsbüros. Eigene Verantwortung für ein Gewerk oder einen Bauabschnitt bekommen erfahrene Werkstudenten in manchen Betrieben, die Unterschrift unter Verträge und Abrechnungen bleibt aber bei der Projektleitung.

Wie wird man Werkstudent im Projektmanagement Hochbau?

Voraussetzung ist die Einschreibung an einer Hochschule oder Universität. Gesucht werden vor allem Studierende des Bauingenieurwesens, der Architektur, des Baumanagements, des Wirtschaftsingenieurwesens mit Fachrichtung Bau oder des Immobilienmanagements. Viele Betriebe stellen ab dem dritten oder vierten Semester ein, wenn Grundlagen in Baukonstruktion, Baubetrieb und Kalkulation vorhanden sind. Eine abgeschlossene Ausbildung als Bauzeichner, Maurer oder Zimmerer vor dem Studium wird gern gesehen. Wer ein Pflichtpraktikum im selben Betrieb absolviert hat, wird oft direkt als Werkstudent übernommen. Rechtlich gilt der Werkstudentenstatus nur, solange in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet wird, in den Semesterferien ist Vollzeit möglich.

Was der Beruf verlangt

Die größte Schwierigkeit ist die Vereinbarkeit mit dem Studium. Baustellen und Projekte richten sich nicht nach dem Semesterplan, Termine mit Nachunternehmern oder Bauherren liegen oft früh am Morgen, und in Prüfungsphasen kollidieren Abgabefristen mit Abgabefristen. Wer feste Arbeitstage vereinbart, muss sie gegen den Projektdruck auch verteidigen können. Auf der Baustelle wird bei jedem Wetter gearbeitet, mit Sicherheitsschuhen und Helm, über Gerüste und durch Rohbauten. Zu Beginn besteht die Arbeit teils aus wenig anspruchsvollen Aufgaben wie Ablage, Kopieren von Plänen oder Datenpflege. Der Ton auf Baustellen ist direkt, und Fehler in Mengen oder Terminen fallen schnell auf. Häufig sind Fahrten zwischen Büro und mehreren Baustellen nötig, ohne Führerschein sind manche Stellen kaum machbar.

Aussichten

Die Bauwirtschaft sucht seit Jahren Ingenieure und Bauleiter, entsprechend gut sind die Chancen auf eine Werkstudentenstelle, besonders in Ballungsräumen. Der Wohnungsneubau ist seit 2023 eingebrochen, Sanierung, öffentlicher Hochbau und Gewerbebau tragen die Nachfrage derzeit stärker. Für viele Unternehmen ist die Werkstudentenstelle ein Weg, Nachwuchs früh zu binden. Häufig folgt die Abschlussarbeit im Betrieb und danach der Einstieg als Projektingenieur, Junior-Bauleiter oder Projektsteuerer. Wer mehrere Semester Baustellenerfahrung mitbringt, startet nach dem Abschluss mit deutlich besseren Karten als Absolventen ohne Praxis.

Aufgaben

  • Besprechungsprotokolle schreiben und Aufgabenlisten nachhalten
  • Terminpläne pflegen und Baufortschritt mit dem Soll abgleichen
  • Mengen aus Plänen ermitteln und Kostenaufstellungen aktualisieren
  • Ausschreibungsunterlagen zusammenstellen und Preisspiegel erstellen
  • Nachträge von Nachunternehmern zur Prüfung vorbereiten
  • Baustellenbegehungen begleiten und den Baufortschritt fotografisch dokumentieren
  • Mängellisten führen und Mängelbeseitigung verfolgen
  • Pläne, Lieferscheine und Projektunterlagen in Projektplattformen verwalten

Voraussetzungen

  • Einschreibung in einem Studiengang wie Bauingenieurwesen, Architektur, Baumanagement oder Wirtschaftsingenieurwesen Bau
  • Grundkenntnisse in Baukonstruktion, Baubetrieb und Kalkulation, meist ab dem dritten Semester
  • Sicherer Umgang mit Excel, oft auch mit MS Project oder AVA-Software wie RIB iTWO oder California
  • Zeitliche Verfügbarkeit von meist 16 bis 20 Stunden pro Woche, verteilt auf feste Tage
  • Bereitschaft zur Arbeit auf Baustellen bei jedem Wetter mit Schutzausrüstung
  • Führerschein Klasse B, bei vielen Stellen erwartet

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über ein Studium im Bauwesen, in der Architektur oder im Wirtschaftsingenieurwesen, die Werkstudententätigkeit wird meist ab dem dritten oder vierten Semester bis zum Bachelor- oder Masterabschluss ausgeübt. Einen eigenen Abschluss gibt es nicht, nach dem Studium (Bachelor meist sechs bis sieben, Master weitere drei bis vier Semester) folgt häufig die Übernahme als Projektingenieur oder Junior-Bauleiter.

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen und Generalunternehmer
  • Projektsteuerungs- und Baumanagementbüros
  • Architektur- und Ingenieurbüros
  • Immobilienentwickler und Wohnungsunternehmen
  • Bauabteilungen von Kommunen und öffentlichen Bauherren

Was du als Werkstudent Projektmanagement Hochbau verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.800 € 2.400 – 3.300 €
Mit Berufserfahrung
3.000 € 2.600 – 3.500 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.200 € 2.800 – 3.800 €

Werkstudenten werden nach Stunden bezahlt, üblich sind etwa 14 bis 22 Euro, die Werte oben sind auf Vollzeit hochgerechnet; bei den in der Vorlesungszeit üblichen 20 Wochenstunden liegt das tatsächliche Monatsbrutto etwa bei der Hälfte. Einen Tarifvertrag gibt es nicht, der Stundenlohn wird frei verhandelt und steigt vor allem mit Studienfortschritt (Master gegen frühe Bachelorsemester) und Betriebsgröße, große Baukonzerne und Projektsteuerer in Großstädten zahlen deutlich mehr als kleine Büros.

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