WIG-Schweißer
WIG-Schweißer verbinden Metallteile mit dem Wolfram-Inertgas-Verfahren, vor allem Edelstahl, Aluminium und dünnwandige Rohre. Das Verfahren ist langsam, aber sehr sauber und wird dort eingesetzt, wo Nähte dicht, belastbar und optisch einwandfrei sein müssen.
Das Berufsbild
Was macht ein WIG-Schweißer?
Beim WIG-Schweißen brennt ein Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück, geschützt von Argon oder einem anderen Edelgas. Der Zusatzdraht wird meist mit der zweiten Hand zugeführt. Das verlangt eine ruhige Hand und viel Übung. Zum Alltag gehört, Zeichnungen und Schweißanweisungen zu lesen, Kanten anzufasen und zu reinigen, Teile zu heften, Strom, Gasmenge und Elektrode einzustellen und die Naht Lage für Lage aufzubauen. Typische Werkstücke sind Rohrleitungen in Chemie-, Pharma- und Lebensmittelanlagen, Behälter aus Edelstahl, Aluminiumrahmen, Teile für Luftfahrt und Kraftwerke. Danach wird die Naht geprüft, etwa per Sichtprüfung, Farbeindringverfahren oder Röntgen durch Prüfpersonal, und bei Fehlern nachgearbeitet. Bei Rohren kommt häufig das Orbitalschweißen hinzu, bei dem ein Gerät die Elektrode um das Rohr führt und der Schweißer Programm und Ergebnis überwacht.
Wie wird man WIG-Schweißer?
Einen eigenen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Der häufigste Weg führt über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem Metallberuf, etwa als Konstruktionsmechaniker, Anlagenmechaniker, Metallbauer oder Rohrleitungsbauer. Entscheidend für die Arbeit ist die Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606, die für Verfahren, Werkstoff, Position und Materialdicke einzeln abgelegt wird. Vorbereitet wird sie in Lehrgängen an Schweißkursstätten, zum Beispiel beim DVS. Quereinsteiger ohne Metallausbildung können über solche Kurse einsteigen, die je nach Umfang einige Wochen bis mehrere Monate dauern und oft mit einem Bildungsgutschein der Arbeitsagentur gefördert werden. Die Prüfbescheinigung muss regelmäßig bestätigt und nach zwei bis drei Jahren erneuert werden.
Was der Beruf verlangt
WIG-Schweißen ist Präzisionsarbeit unter unbequemen Bedingungen. Gearbeitet wird oft in Zwangshaltungen, über Kopf, kniend oder in engen Behältern. Hitze, UV-Strahlung, Schweißrauch und bei manchen Werkstoffen Ozon belasten den Körper, Schutzausrüstung und Absaugung sind Pflicht, aber nicht immer ausreichend vorhanden. Konzentration über Stunden ist nötig, weil schon kleine Fehler eine Naht unbrauchbar machen und teure Prüfungen nach sich ziehen. In der Industrie wird häufig im Schichtdienst gearbeitet. Wer auf Montage geht, ist oft wochenlang auf Baustellen im In- und Ausland unterwegs, mit langen Arbeitstagen und wenig Zeit zu Hause. Ein beträchtlicher Teil der Stellen wird über Zeitarbeitsfirmen vergeben.
Aussichten
Geprüfte WIG-Schweißer werden in Anlagenbau, Rohrleitungsbau, Behälterbau und Energietechnik dauerhaft gesucht, da viele erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Wer mehrere Prüfungen in verschiedenen Werkstoffen und Positionen besitzt, hat bessere Karten. Roboter übernehmen in der Serienfertigung zwar einen Teil der Arbeit, in Einzelfertigung, Reparatur und Montage bleibt Handarbeit gefragt. Weiterbilden kann man sich zum Orbitalschweißer, zum Schweißfachmann oder International Welding Specialist, zum Industriemeister Metall oder Techniker. Mit solchen Abschlüssen lassen sich Aufgaben in der Schweißaufsicht, Qualitätssicherung oder Ausbildung übernehmen.
Aufgaben
- Schweißpläne und technische Zeichnungen lesen
- Werkstücke anfasen, reinigen und heften
- Schweißstrom, Schutzgas und Elektrode einstellen
- Rohre, Bleche und Behälter aus Edelstahl und Aluminium verschweißen
- Orbitalschweißanlagen einrichten und überwachen
- Nähte auf Fehler prüfen und nacharbeiten
- Schweißprotokolle führen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Metallausbildung oder Schweißlehrgang
- Gültige Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606
- Ruhige Hand und gute Feinmotorik
- Gutes Sehvermögen und Konzentrationsfähigkeit
- Körperliche Belastbarkeit für Zwangshaltungen und Hitze
- Bereitschaft zu Schicht- oder Montagearbeit
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem Metallberuf wie Konstruktionsmechaniker oder Anlagenmechaniker mit anschließender Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606. Quereinsteiger erwerben die Prüfung in Lehrgängen an Schweißkursstätten, die einige Wochen bis mehrere Monate dauern.
Wo man arbeitet
- Anlagen- und Rohrleitungsbau
- Behälter- und Apparatebau
- Metallbau- und Schlossereibetriebe
- Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie
- Luftfahrt- und Fahrzeugindustrie
- Zeitarbeitsfirmen und Montagedienstleister
Was du als WIG-Schweißer verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.900 € 2.600 – 3.300 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.400 € 3.000 – 3.900 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.000 € 3.500 – 4.800 €
Am meisten verdienen WIG-Schweißer in tarifgebundenen Industriebetrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall, ERA), deutlich weniger in kleinen Handwerksbetrieben und bei Zeitarbeitsfirmen, die nach dem Tarifvertrag der Zeitarbeit (GVP/DGB) zahlen. Schicht- und Montagezulagen sowie Auslösungen kommen hinzu und machen bei Montagetätigkeit oft einen großen Teil des Einkommens aus.
Gehalt als WIG-Schweißer nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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