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IT & Software

Wirtschaftsinformatik B.Sc

Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker mit Bachelorabschluss verbinden betriebswirtschaftliche Abläufe mit IT-Systemen. Sie analysieren Prozesse, betreuen Unternehmenssoftware wie ERP-Systeme und übersetzen zwischen Fachabteilungen und Entwicklung.

Das Berufsbild

Was macht ein Wirtschaftsinformatiker?

Die Arbeit liegt zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite stehen Einkauf, Vertrieb, Buchhaltung oder Logistik mit ihren Abläufen und Problemen, auf der anderen Seite Datenbanken, Schnittstellen und Software. Wirtschaftsinformatiker nehmen Anforderungen auf, zerlegen Prozesse in einzelne Schritte und klären, wie ein System sie abbilden soll. Typisch ist die Einführung oder Anpassung von ERP-Software wie SAP: Stammdaten migrieren, Module konfigurieren, Testfälle schreiben, Anwender schulen. Andere arbeiten in der Datenanalyse, bauen Berichte und Dashboards, schreiben SQL-Abfragen oder betreuen ein Data Warehouse. Wieder andere sind im IT-Projektmanagement tätig, planen Termine und Budgets und stimmen sich mit externen Dienstleistern ab. Programmiert wird je nach Stelle viel, wenig oder gar nicht. Ein großer Teil des Tages besteht aus Besprechungen, Dokumentation und Abstimmung per Ticket oder Mail.

Wie wird man Wirtschaftsinformatiker?

Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik an einer Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften, meist sechs bis sieben Semester. Inhalte sind Programmierung, Datenbanken, Softwaretechnik, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Mathematik und Statistik sowie Geschäftsprozessmanagement. Die Mathematik ist für viele die größte Hürde in den ersten Semestern. Duale Studiengänge verbinden das Studium mit festen Praxisphasen in einem Unternehmen und werden vergütet. Quereinsteiger kommen häufig aus einer Ausbildung als Fachinformatiker oder Kaufmann für Digitalisierungsmanagement, aus der Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt oder über berufsbegleitende Fernstudiengänge. Zertifikate etwa zu SAP-Modulen, Scrum oder ITIL erleichtern den Einstieg in bestimmte Rollen.

Was der Beruf verlangt

Körperlich ist die Arbeit wenig belastend, sie findet fast vollständig am Bildschirm statt. Die Belastung liegt woanders: Projekte haben feste Go-Live-Termine, kurz davor sind Überstunden üblich, manchmal auch Einsätze am Wochenende, wenn Systeme umgestellt werden. In der Beratung kommen Reisen zu Kunden hinzu, oft mehrere Tage pro Woche. Schwer fällt vielen die Vermittlerrolle. Fachabteilungen wollen schnelle Lösungen, Entwickler präzise Vorgaben, und beide Seiten sind selten zufrieden mit dem Kompromiss. Wer gern still allein an Code arbeitet, ist hier oft falsch. Hinzu kommt, dass sich Werkzeuge und Systeme schnell ändern; ohne laufende Weiterbildung veraltet das Wissen. Homeoffice ist in vielen Unternehmen zumindest teilweise möglich.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil fast jedes mittlere und große Unternehmen Software für Buchhaltung, Warenwirtschaft und Personal betreibt und diese pflegen muss. Die Umstellung vieler Firmen auf neuere SAP-Versionen, Cloud-Lösungen und Datenprojekte sorgt für Bedarf. Der Einstieg ist allerdings nicht mehr so leicht wie vor einigen Jahren, gerade Berufsanfänger ohne Praxiserfahrung treffen auf Konkurrenz. Praktika, Werkstudentenjobs oder ein duales Studium machen hier einen deutlichen Unterschied. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung als SAP-Berater, Data Analyst oder IT-Architekt, in die Projekt- und Teamleitung oder mit einem Masterabschluss in Richtung IT-Management und Strategieberatung.

Aufgaben

  • Geschäftsprozesse in Fachabteilungen aufnehmen und dokumentieren
  • Anforderungen an Software formulieren und mit Entwicklern abstimmen
  • ERP-Systeme wie SAP konfigurieren und anpassen
  • Daten mit SQL auswerten und Berichte oder Dashboards erstellen
  • Testfälle schreiben und neue Funktionen vor der Einführung prüfen
  • Anwender schulen und bei Fehlern unterstützen
  • IT-Projekte planen und Termine sowie Budgets überwachen

Voraussetzungen

  • Bachelorabschluss in Wirtschaftsinformatik oder vergleichbare Qualifikation
  • Grundkenntnisse in Programmierung, Datenbanken und SQL
  • Verständnis für betriebswirtschaftliche Abläufe und Rechnungswesen
  • Analytisches Denken und Sicherheit im Umgang mit Zahlen
  • Kommunikationsfähigkeit zwischen Fachabteilung und Technik
  • Gute Englischkenntnisse für Dokumentation und internationale Teams
  • Bereitschaft zu ständiger Weiterbildung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik an einer Universität oder Hochschule, das mit dem Bachelor of Science abschließt. Alternativ gibt es duale Studiengänge mit vergüteten Praxisphasen und berufsbegleitende Fernstudiengänge, die meist länger dauern.

Wo man arbeitet

  • IT-Beratungen und Systemhäuser
  • IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Banken und Versicherungen
  • Softwarehersteller
  • Öffentliche Verwaltung und kommunale IT-Dienstleister

Was du als Wirtschaftsinformatik B.Sc verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
4.200 € 3.600 – 5.000 €
Mit Berufserfahrung
5.400 € 4.500 – 6.500 €
Mit langjähriger Erfahrung
6.800 € 5.800 – 8.500 €

Das Gehalt hängt stark von Branche und Unternehmensgröße ab: Großunternehmen in der Metall- und Elektroindustrie (Tarifvertrag der IG Metall, ERA) sowie Banken und Beratungen zahlen deutlich mehr als kleine Mittelständler, im öffentlichen Dienst gelten TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe E10 bis E12. Spezialisierung, etwa auf SAP-Module, und Führungsverantwortung heben das Gehalt spürbar an.

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