Working Student
Working Students, auf Deutsch Werkstudentinnen und Werkstudenten, sind an einer Hochschule eingeschriebene Studierende, die neben dem Studium in Teilzeit in einem Unternehmen mitarbeiten. Die Tätigkeit ist meist fachnah und dient als Einstieg in das spätere Berufsfeld.
Das Berufsbild
Was macht ein Working Student?
Working Students übernehmen in Unternehmen reguläre Aufgaben in einem Fachbereich, meist mit Bezug zum eigenen Studienfach. Je nach Abteilung heißt das: Daten in Excel oder SQL auswerten, Präsentationen und Berichte vorbereiten, Social-Media-Beiträge erstellen, Code schreiben und testen, Recherchen durchführen, Verträge oder Rechnungen prüfen, Kundenanfragen beantworten oder Projekte organisatorisch begleiten. Anfangs sind die Aufgaben oft zuarbeitend, mit der Zeit kommen eigene Teilprojekte hinzu. Viele arbeiten in festen Teams mit, nehmen an Besprechungen teil und haben eine feste Ansprechperson. In vielen Firmen ist ein Teil der Arbeit im Homeoffice möglich. Die Grenze zum Praktikum ist fließend, der Unterschied liegt vor allem in der Dauer: Werkstudentenstellen laufen oft über mehrere Semester.
Wie wird man Working Student?
Voraussetzung ist eine gültige Immatrikulation an einer Hochschule, und zwar als ordentlich Studierende oder ordentlich Studierender. Eine Ausbildung gibt es nicht, Bewerbungen laufen wie bei normalen Stellen über Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch. Viele Unternehmen suchen Studierende ab dem dritten Semester oder im Master, weil dann Fachwissen vorhanden ist. Gefragt sind vor allem Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Ingenieurwesen, Kommunikation und Naturwissenschaften. Wer exmatrikuliert wird oder das Studium abschließt, verliert den Status, ein Wechsel in eine Festanstellung beim selben Arbeitgeber ist aber häufig.
Was der Beruf verlangt
Die größte Belastung ist die Doppelrolle. Im Semester gilt in der Regel die Grenze von 20 Wochenstunden, damit das sozialversicherungsrechtliche Werkstudentenprivileg erhalten bleibt: Es fallen dann keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an, wohl aber zur Rentenversicherung. In den Semesterferien sind mehr Stunden möglich. Prüfungsphasen, Pflichtveranstaltungen und Abgabetermine kollidieren regelmäßig mit Projektterminen im Betrieb, was gute Planung und Absprachen verlangt. Die Arbeitszeiten sind meist Bürozeiten, im Handel oder in Logistikzentren auch Schichten und Wochenenden. Wer zu viel arbeitet, verlängert oft unfreiwillig das Studium. Zudem sind die Verträge fast immer befristet, und die Aufgaben bleiben teils weniger anspruchsvoll, als die Stellenanzeige verspricht. Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bestehen wie bei anderen Beschäftigten.
Aussichten
Werkstudentenstellen sind in Großstädten und Hochschulstandorten zahlreich, besonders in IT, Beratung, Marketing, Finanzen und Industrie. In wirtschaftlich schwächeren Phasen werden sie allerdings schnell gestrichen. Für viele ist die Stelle ein Sprungbrett: Unternehmen nutzen sie gezielt, um Nachwuchs kennenzulernen, und übernehmen gute Werkstudierende nach dem Abschluss als Trainees oder Junior-Fachkräfte. Die praktische Erfahrung wiegt bei Bewerbungen nach dem Studium oft schwerer als Noten. Abschlussarbeiten lassen sich häufig im selben Unternehmen schreiben.
Aufgaben
- Daten aufbereiten und auswerten, etwa in Excel, SQL oder Python
- Präsentationen, Berichte und Unterlagen für Besprechungen erstellen
- Recherchen zu Märkten, Wettbewerbern oder Fachthemen durchführen
- Teilaufgaben in Projekten übernehmen und Termine koordinieren
- Inhalte für Website, Newsletter oder Social Media erstellen
- Software entwickeln, testen oder dokumentieren
- Anfragen von Kunden oder Kollegen bearbeiten
Voraussetzungen
- Gültige Immatrikulation als ordentlich Studierende oder Studierender
- Fachkenntnisse aus dem Studium, oft ab dem dritten Semester
- Sicherer Umgang mit Office-Programmen, je nach Stelle auch Programmierkenntnisse
- Gute Deutsch- und häufig Englischkenntnisse
- Zeitliche Verfügbarkeit von meist 15 bis 20 Wochenstunden im Semester
- Selbstorganisation, um Studium und Arbeit zu vereinbaren
Der Weg in den Beruf
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht, nötig ist die Einschreibung in einem Studiengang an einer Hochschule. Der Einstieg erfolgt über eine reguläre Bewerbung, meist ab dem dritten Semester, und die Tätigkeit dauert typischerweise ein bis drei Jahre bis zum Studienabschluss.
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen
- IT- und Softwarefirmen
- Unternehmensberatungen
- Banken und Versicherungen
- Agenturen für Marketing und Kommunikation
- Forschungseinrichtungen und Start-ups
Was du als Working Student verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.700 € 2.400 – 3.200 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.000 € 2.600 – 3.800 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.400 € 2.900 – 4.500 €
Die Werte sind auf Vollzeit hochgerechnet, entsprechen Stundenlöhnen von etwa 14 bis 26 Euro; tatsächlich arbeiten Werkstudierende im Semester meist höchstens 20 Stunden und verdienen damit rund die Hälfte. Am stärksten hängt die Bezahlung von Branche und Studienfach ab: IT, Ingenieurwesen und tarifgebundene Großunternehmen, etwa mit Regelungen der IG Metall, zahlen deutlich mehr als kleine Agenturen oder Handel, an Berliner Hochschulen gilt für studentische Hilfskräfte der TV Stud III.
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