Zum Inhalt springen

Handwerk & Produktion

Abrufkraft in der Paketzustellung

Abrufkräfte in der Paketzustellung springen ein, wenn Zustellbasen oder Subunternehmen kurzfristig zusätzliche Leute brauchen: bei Krankheit, Urlaub oder im Weihnachtsgeschäft. Sie sortieren Sendungen, beladen Fahrzeuge und stellen Pakete zu, meist in Teilzeit oder im Minijob.

Das Berufsbild

Was macht eine Abrufkraft in der Paketzustellung?

Eine Abrufkraft arbeitet nicht nach festem Dienstplan, sondern wird je nach Bedarf eingesetzt. Die rechtliche Grundlage ist die Arbeit auf Abruf nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz. Der Arbeitgeber meldet sich, wenn Personal fehlt oder die Sendungsmenge steigt, etwa vor Ostern, rund um Rabattaktionen im Onlinehandel und vor allem zwischen November und Weihnachten. Ein Einsatz beginnt oft früh am Morgen in der Zustellbasis: Pakete vom Band nehmen, nach Touren sortieren, Scanner einrichten, das Fahrzeug in der Reihenfolge der Route beladen. Danach geht es auf Tour, meist mit einem Transporter, in manchen Städten mit Lastenrad oder zu Fuß. Pakete werden gescannt, übergeben, bei Nachbarn oder in Paketshops abgegeben, Benachrichtigungen ausgefüllt und Retouren mitgenommen. Am Ende stehen die Rückgabe nicht zugestellter Sendungen und die Abrechnung der Tour. Wer nicht fährt, wird häufig nur in der Sortierung oder Verladung eingesetzt.

Wie wird man Abrufkraft in der Paketzustellung?

Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die Einarbeitung dauert wenige Tage und findet meist direkt auf der Tour an der Seite erfahrener Zusteller statt. Für die Fahrzeugzustellung ist der Führerschein Klasse B nötig, Transporter bis 3,5 Tonnen dürfen damit gefahren werden. Einfache Deutschkenntnisse reichen in der Regel, wichtig ist, Adressen und Anweisungen zu verstehen. Der Einstieg ist deshalb offen für Schüler und Studierende, für Menschen, die nebenbei etwas verdienen wollen, und für Quereinsteigende ohne Berufsabschluss. Wer dauerhaft im Bereich bleiben will, kann später die Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen nachholen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. An einem Tag werden oft mehrere hundert Pakete gehoben, getragen und Treppen hinaufgebracht, einzelne Sendungen wiegen über 30 Kilogramm. Pakete über 20 Kilogramm müssen inzwischen gekennzeichnet werden, schwere Stücke sollen mit Hilfsmitteln oder zu zweit zugestellt werden, im Alltag klappt das nicht immer. Gearbeitet wird bei jedem Wetter, unter Zeitdruck und mit vielen Stopps im Stadtverkehr. Das Einkommen ist unsicher, weil es von der Zahl der Abrufe abhängt. Gesetzlich muss ein Einsatz mindestens vier Tage vorher angekündigt werden und es gibt Mindeststunden, doch gerade bei kleinen Subunternehmen werden diese Regeln nicht überall eingehalten. Wer auf ein planbares Monatsgehalt angewiesen ist, sollte die vertragliche Mindeststundenzahl genau prüfen.

Aussichten

Der Bedarf an Zustellpersonal ist hoch, die Branche sucht dauerhaft Leute, besonders im vierten Quartal. Abrufkräfte finden deshalb leicht einen Einsatz. Aufstiegschancen innerhalb der Abrufrolle gibt es kaum, der übliche nächste Schritt ist eine feste Teil- oder Vollzeitstelle als Zusteller. Wer sich bewährt, kann bei großen Paketdiensten fest übernommen werden, später eine Tour verantworten oder in die Disposition und Schichtleitung einer Zustellbasis wechseln. Mit einem Lkw-Führerschein öffnen sich zudem Stellen im Fernverkehr zwischen den Paketzentren.

Aufgaben

  • Pakete in der Zustellbasis nach Touren sortieren
  • Zustellfahrzeug in Routenreihenfolge beladen
  • Sendungen mit dem Handscanner erfassen
  • Pakete an Empfänger, Nachbarn oder Paketshops übergeben
  • Benachrichtigungskarten ausfüllen und Retouren annehmen
  • Nicht zustellbare Sendungen zurückbringen und Tour abrechnen
  • Bei Ausfällen kurzfristig fremde Touren übernehmen

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B für die Fahrzeugzustellung
  • Körperliche Belastbarkeit für schweres Heben und Tragen
  • Grundlegende Deutschkenntnisse zum Lesen von Adressen
  • Ortskenntnis und Orientierungssinn
  • Kurzfristige zeitliche Verfügbarkeit
  • Zuverlässigkeit im Umgang mit Sendungen und Scannerdaten

Der Weg in den Beruf

Eine formale Ausbildung ist nicht erforderlich, die Einarbeitung dauert wenige Tage auf der Tour. Für das Fahren genügt der Führerschein Klasse B. Wer bleiben will, kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen anschließen.

Wo man arbeitet

  • Zustellbasen großer Paketdienste
  • Subunternehmen im Auftrag von Paketdiensten
  • Sortier- und Verteilzentren
  • Kurier- und Expressdienste

Was du als Abrufkraft in der Paketzustellung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.350 € 2.200 – 2.700 €
Mit Berufserfahrung
2.450 € 2.250 – 2.900 €
Mit langjähriger Erfahrung
2.600 € 2.350 – 3.100 €

Bei Subunternehmen wird meist der gesetzliche Mindestlohn gezahlt, bei der Deutschen Post und DHL gilt der Haustarifvertrag mit ver.di, der spürbar höher liegt. Die Werte sind auf Vollzeit hochgerechnet, tatsächlich hängt das Monatseinkommen vor allem von der Zahl der abgerufenen Stunden ab.

Gehalt als Abrufkraft in der Paketzustellung nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →

Offene Stellen als Abrufkraft in der Paketzustellung

Alle Anzeigen zu diesem Beruf →

Alle Stellen in Handwerk & Produktion

Verwandte Berufe