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Handwerk & Produktion

Paketzusteller

Paketzusteller bringen Sendungen vom Zustellstützpunkt zu Privathaushalten, Geschäften und Packstationen. Die Arbeit findet überwiegend im Lieferwagen, auf der Straße und im Treppenhaus statt und ist körperlich fordernd.

Das Berufsbild

Was macht ein Paketzusteller?

Der Arbeitstag beginnt meist früh am Zustellstützpunkt oder im Depot. Dort werden die Pakete für die eigene Tour sortiert, gescannt und in der richtigen Reihenfolge in den Transporter geladen. Danach fährt der Zusteller seine Route ab, die je nach Gebiet zwischen 100 und 250 Stopps umfassen kann. An jeder Adresse wird das Paket übergeben, die Zustellung per Handscanner dokumentiert und gegebenenfalls eine Unterschrift eingeholt. Wer niemanden antrifft, gibt die Sendung beim Nachbarn ab, legt sie in einen Paketshop oder hinterlässt eine Benachrichtigung. Dazu kommen Nachnahmen, Retouren, Abholungen bei Geschäftskunden und das Befüllen von Packstationen. Am Ende der Tour werden nicht zugestellte Sendungen zurückgebracht und abgerechnet. In manchen Gebieten wird mit E-Lastenrad oder zu Fuß mit Zustellwagen gearbeitet.

Wie wird man Paketzusteller?

Für die meisten Stellen ist keine Ausbildung nötig. Viele Betriebe stellen ungelernte Kräfte und Quereinsteiger ein und arbeiten sie in wenigen Tagen auf einer Tour ein. Unverzichtbar ist in der Regel der Führerschein der Klasse B, oft wird ein paar Jahre Fahrpraxis erwartet. Wer eine anerkannte Qualifikation möchte, kann die zweijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen machen, die vor allem bei der Deutschen Post angeboten wird. Ein Hauptschulabschluss ist dafür üblich, aber nicht vorgeschrieben. Deutschkenntnisse reichen meist auf einem Grundniveau, solange Adressen gelesen und Kundengespräche geführt werden können.

Was der Beruf verlangt

Paketzustellung ist körperlich harte Arbeit. Den ganzen Tag wird ein- und ausgestiegen, getragen und Treppen gestiegen, oft mit schweren Paketen in Altbauten ohne Aufzug. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet, viele Beschäftigte klagen nach einigen Jahren über Beschwerden. Gearbeitet wird bei Hitze, Regen, Glätte und Kälte. Der Zeitdruck ist hoch, weil die Touren eng geplant sind und Stau, Parkplatzsuche oder fehlende Klingelschilder nicht eingerechnet werden. In der Vorweihnachtszeit steigen die Mengen deutlich, Überstunden sind dann üblich. Ein Teil der Zustellung läuft über Subunternehmer, bei denen Arbeitszeiten und Bezahlung nicht immer korrekt eingehalten werden. Seit 2019 haften die großen Paketdienste für Sozialabgaben ihrer Nachunternehmer, und das neue Postgesetz verlangt, dass Pakete über 20 Kilogramm zu zweit oder mit Hilfsmitteln zugestellt werden. Probleme bei manchen Subunternehmern bestehen trotzdem fort. Positiv ist für viele, dass man unterwegs weitgehend selbstständig arbeitet und die Tour nach einer Weile gut kennt.

Aussichten

Durch den Onlinehandel ist die Nachfrage seit Jahren hoch, und Paketdienste suchen laufend Personal. Die Fluktuation ist groß, deshalb finden auch Menschen ohne Berufserfahrung schnell eine Stelle. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es begrenzt: Erfahrene Zusteller können Springer für mehrere Touren, Tourenplaner, Teamleiter oder Leiter eines Zustellstützpunkts werden. Mit der Ausbildung oder einer Weiterbildung in der Logistik, etwa zur Fachkraft für Lagerlogistik oder zum Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, öffnen sich Wege in Disposition und Lager. Wer den Führerschein der Klasse C erwirbt, kann in den Fernverkehr oder die Hauptlauflogistik wechseln. Langfristig werden Packstationen und automatisierte Sortierung einen Teil der Arbeit verändern, die Zustellung bis zur Haustür bleibt aber vorerst Handarbeit.

Aufgaben

  • Pakete im Depot sortieren, scannen und tourengerecht in den Transporter laden
  • Zustelltour mit dem Lieferwagen oder E-Lastenrad abfahren
  • Sendungen an Empfänger, Nachbarn oder Paketshops übergeben
  • Zustellungen per Handscanner dokumentieren und Unterschriften einholen
  • Packstationen befüllen und Retouren bei Geschäftskunden abholen
  • Nachnahmebeträge kassieren und am Tourende abrechnen
  • Nicht zustellbare Sendungen zurückbringen und Benachrichtigungen hinterlassen

Voraussetzungen

  • Führerschein der Klasse B, oft mit einigen Jahren Fahrpraxis
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Tragen und Treppensteigen
  • Deutschkenntnisse, die zum Lesen von Adressen und für Kundengespräche reichen
  • Orientierungssinn und Zuverlässigkeit unter Zeitdruck
  • Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn und Arbeit bei jedem Wetter
  • Freundlicher Umgang mit Kunden auch in stressigen Situationen

Der Weg in den Beruf

Die meisten Paketzusteller steigen ohne Ausbildung ein und werden in wenigen Tagen auf einer Tour eingearbeitet, Voraussetzung ist meist der Führerschein der Klasse B. Als anerkannter Abschluss gibt es die zweijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen.

Wo man arbeitet

  • Paket- und Postdienstleister
  • Subunternehmen im Auftrag großer Paketdienste
  • Kurier- und Expressdienste
  • Zustellstützpunkte und Paketdepots
  • Lieferdienste des Onlinehandels

Was du als Paketzusteller verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.500 € 2.200 – 2.900 €
Mit Berufserfahrung
2.750 € 2.400 – 3.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.100 € 2.700 – 3.700 €

Am stärksten hängt das Gehalt vom Arbeitgeber ab: Bei der Deutschen Post und DHL gilt der Haustarifvertrag mit ver.di, der deutlich über dem Mindestlohn liegt und Zuschläge regelt. Bei vielen Subunternehmern und kleineren Diensten wird dagegen nur knapp der gesetzliche Mindestlohn gezahlt.

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