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Handwerk & Produktion

Auszubildende zum Maschinen- und Anlagenführer

Auszubildende zum Maschinen- und Anlagenführer lernen in zwei Jahren, Produktionsmaschinen einzurichten, zu bedienen, zu überwachen und zu warten. Die Ausbildung findet in Industriebetrieben der Metall-, Kunststoff-, Textil-, Lebensmittel- oder Papierbranche statt.

Das Berufsbild

Was macht ein Auszubildender zum Maschinen- und Anlagenführer?

Auszubildende lernen, Maschinen und Fertigungsanlagen für die Produktion vorzubereiten und am Laufen zu halten. Dazu gehört, Werkzeuge und Formen einzubauen, Maschinenparameter wie Temperatur, Druck oder Vorschub einzustellen und Material bereitzulegen. Läuft die Anlage, kontrollieren sie die Teile mit Messschieber, Lehre oder Sichtprüfung, tragen Werte in Prüfprotokolle ein und greifen ein, wenn Maße abweichen oder eine Störung auftritt. Hinzu kommen Reinigung, Schmierung und kleinere Wartungsarbeiten. In den ersten Monaten stehen Grundlagen im Vordergrund: Feilen, Bohren, Gewindeschneiden, technische Zeichnungen lesen, Arbeitsschutz. Später arbeiten Auszubildende zunehmend selbstständig an den Linien des Betriebs, oft an Spritzgießmaschinen, Stanzen, CNC-Maschinen, Abfüllanlagen oder Verpackungsstraßen. Je nach Schwerpunkt geht es um Metall- und Kunststofftechnik, Textiltechnik, Textilveredelung, Lebensmitteltechnik oder Druckweiter- und Papierverarbeitung.

Wie wird man Auszubildender zum Maschinen- und Anlagenführer?

Die duale Ausbildung dauert zwei Jahre und wechselt zwischen Betrieb und Berufsschule. Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Mathematik und Physik spielen eine Rolle, weil Maße, Toleranzen und einfache Berechnungen zum Alltag gehören. Die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ist gestreckt: Ein erster Teil findet etwa zur Hälfte der Ausbildung statt, der zweite am Ende. Wer danach weiterlernen will, kann sich die Ausbildung häufig auf einen dreieinhalbjährigen Beruf wie Industriemechaniker oder Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik anrechnen lassen. Auch Umsteiger und Menschen nach einer längeren Pause finden über diesen Weg in die Industrie, weil die Ausbildung kurz und praxisnah ist.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet in Produktionshallen statt, oft mit Lärm, Wärme, Öl- oder Kunststoffgeruch und Gehörschutzpflicht. Viel Zeit wird im Stehen und Gehen verbracht, Material und Werkzeuge müssen gehoben werden. In vielen Betrieben läuft die Produktion im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, Auszubildende über 18 werden meist schon während der Ausbildung in Schichten eingebunden, teils auch am Wochenende. Die Tätigkeit kann eintönig sein, wenn eine Anlage über Stunden störungsfrei läuft, und verlangt trotzdem ständige Aufmerksamkeit, weil Fehler schnell zu Ausschuss oder Verletzungen führen. Sorgfalt, technisches Verständnis und die Bereitschaft, Sicherheitsregeln konsequent einzuhalten, sind wichtiger als Schnelligkeit.

Aussichten

Industriebetriebe suchen regelmäßig Fachkräfte für die Produktion, die Übernahmechancen nach der Ausbildung sind in vielen Regionen gut. Gleichzeitig hängt der Beruf an der Lage der Branche: In der Automobilzulieferung oder bei energieintensiven Betrieben wurden zuletzt Stellen abgebaut, in der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie ist die Nachfrage stabiler. Die zunehmende Automatisierung verändert die Arbeit, weil weniger von Hand bedient und mehr überwacht, programmiert und gewartet wird. Wer sich weiterbildet, etwa zum Industriemeister, staatlich geprüften Techniker oder über eine Anschlussausbildung, kann später als Schichtführer, Einrichter oder in der Instandhaltung arbeiten.

Aufgaben

  • Maschinen und Anlagen nach Auftrag einrichten und Werkzeuge wechseln
  • Maschinenparameter wie Druck, Temperatur und Geschwindigkeit einstellen
  • Rohstoffe und Halbzeuge bereitstellen und zuführen
  • Produktionsabläufe überwachen und bei Störungen eingreifen
  • Werkstücke prüfen, messen und Prüfprotokolle führen
  • Anlagen reinigen, schmieren und kleinere Wartungen durchführen
  • Technische Zeichnungen und Arbeitspläne lesen

Voraussetzungen

  • In der Regel Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss
  • Grundkenntnisse in Mathematik und Physik
  • Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit über längere Zeit
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Stehen und mit Lärm
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung dauert zwei Jahre und endet mit einer gestreckten Abschlussprüfung vor der IHK. Je nach Betrieb wird einer von fünf Schwerpunkten gewählt, etwa Metall- und Kunststofftechnik oder Lebensmitteltechnik. Die Ausbildung kann auf verwandte dreieinhalbjährige Berufe angerechnet werden.

Wo man arbeitet

  • Betriebe der Metall- und Elektroindustrie
  • Kunststoffverarbeitende Betriebe
  • Lebensmittel- und Getränkehersteller
  • Papier-, Verpackungs- und Druckereibetriebe
  • Textilherstellung und Textilveredelung
  • Automobilzulieferer

Was du als Auszubildende zum Maschinen- und Anlagenführer verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.800 € 2.400 – 3.300 €
Mit Berufserfahrung
3.300 € 2.800 – 3.900 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.800 € 3.300 – 4.500 €

Die Werte gelten für ausgebildete Maschinen- und Anlagenführer nach der Prüfung; die Ausbildungsvergütung liegt in tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie (Tarifverträge der IG Metall) oder der Chemie (IG BCE) bei etwa 1.100 bis 1.300 Euro im Monat, in Betrieben ohne Tarif teils deutlich darunter. Am stärksten hängt das Gehalt von der Tarifbindung und der Branche ab, Schichtzulagen kommen in vielen Betrieben noch hinzu.

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