Auszubildende zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik
Fachkräfte für Lebensmitteltechnik richten Produktionsanlagen ein, steuern und überwachen sie und sorgen dafür, dass Lebensmittel in gleichbleibender Qualität und hygienisch einwandfrei hergestellt werden. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt.
Das Berufsbild
Was macht eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik?
Fachkräfte für Lebensmitteltechnik arbeiten in der industriellen Herstellung von Lebensmitteln: Tiefkühlpizza, Joghurt, Fruchtsaft, Süßwaren, Fertiggerichte oder Tierfutter. Sie stellen Anlagen nach Rezeptur und Produktionsplan ein, geben Rohstoffe und Zutaten zu, starten Misch-, Koch-, Abfüll- und Verpackungsprozesse und überwachen den Ablauf an Bildschirmen und direkt an der Linie. Sie nehmen Proben, messen Temperatur, pH-Wert, Gewicht oder Zuckergehalt und dokumentieren die Ergebnisse. Läuft etwas aus dem Ruder, greifen sie ein, beheben kleinere Störungen selbst und rufen bei größeren Defekten die Instandhaltung. Zum Alltag gehören außerdem Umrüsten auf andere Produkte, das gründliche Reinigen und Desinfizieren der Anlagen sowie das Einhalten von Hygiene- und Arbeitsschutzvorschriften. Im Unterschied zu Bäckerinnen oder Fleischern steht nicht das Handwerk am einzelnen Produkt im Mittelpunkt, sondern das Bedienen und Verstehen von Maschinen und Verfahren.
Wie wird man Fachkraft für Lebensmitteltechnik?
Der Weg führt über eine duale Ausbildung von drei Jahren, die mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Im Betrieb lernen Auszubildende die Produktionslinien, Messverfahren und Hygienekonzepte kennen, in der Berufsschule kommen Lebensmittelchemie, Mikrobiologie, Verfahrenstechnik, Steuerungstechnik und Qualitätssicherung dazu. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Interesse an Chemie, Biologie, Mathematik und Technik hilft deutlich. Bei guten Leistungen lässt sich die Ausbildung verkürzen. Quereinsteiger aus der Produktion, etwa angelernte Maschinenbedienerinnen, können über eine Externenprüfung zum Abschluss kommen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in Produktionshallen statt, die je nach Produkt kühl, warm, feucht oder laut sind. In der Molkerei oder Fleischverarbeitung herrschen oft wenige Grad, in der Backwarenproduktion ist es heiß. Schutzkleidung, Haarnetz und strenge Hygieneregeln gehören jeden Tag dazu, Schmuck ist tabu. Viel Zeit wird im Stehen und Gehen verbracht, und beim Reinigen und Umrüsten wird auch körperlich gearbeitet. Weil viele Anlagen rund um die Uhr laufen, ist Schichtarbeit üblich, in manchen Betrieben auch an Wochenenden und Feiertagen. Vor Weihnachten oder in der Erntezeit steigt das Arbeitspensum. Gefragt sind Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein: Ein Fehler bei Temperatur oder Reinigung kann ganze Chargen unbrauchbar machen oder die Gesundheit von Verbrauchern gefährden. Wer Lebensmittelallergien hat oder starke Gerüche schlecht verträgt, sollte das vor der Bewerbung bedenken.
Aussichten
Die Lebensmittelindustrie ist einer der größten Industriezweige in Deutschland und gilt als vergleichsweise krisenfest. Viele Betriebe finden nicht genug Auszubildende, die Übernahmechancen nach der Ausbildung sind entsprechend gut. Durch zunehmende Automatisierung verschiebt sich die Arbeit vom Handgriff hin zur Anlagensteuerung und Fehleranalyse, was technisches Verständnis wichtiger macht. Nach einigen Berufsjahren sind Weiterbildungen zum Industriemeister Fachrichtung Lebensmittel oder zum staatlich geprüften Techniker für Lebensmitteltechnik verbreitet, die zu Schicht- oder Produktionsleitungen führen. Mit Hochschulreife steht auch ein Studium der Lebensmitteltechnologie offen. Spezialisieren lässt sich die Tätigkeit etwa in Qualitätssicherung, Produktentwicklung oder Prozessoptimierung.
Aufgaben
- Produktionsanlagen nach Rezeptur einstellen und anfahren
- Rohstoffe und Zutaten abwiegen, prüfen und zuführen
- Misch-, Erhitzungs-, Abfüll- und Verpackungsprozesse überwachen
- Proben nehmen und Temperatur, pH-Wert oder Gewicht messen
- Produktionsdaten und Prüfergebnisse dokumentieren
- Maschinen auf andere Produkte umrüsten
- Kleinere Störungen erkennen und beheben
- Anlagen nach Hygieneplan reinigen und desinfizieren
Voraussetzungen
- In der Regel mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
- Interesse an Chemie, Biologie, Mathematik und Technik
- Sorgfalt und Verständnis für Hygieneregeln
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, teils auch am Wochenende
- Körperliche Belastbarkeit bei Stehen, Kälte, Wärme und Lärm
- Gesundheitliche Unbedenklichkeit für die Arbeit mit Lebensmitteln, Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
Der Weg in den Beruf
Duale Ausbildung über drei Jahre in einem Lebensmittelbetrieb und an der Berufsschule, abgeschlossen mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb oder zwei Jahre möglich.
Wo man arbeitet
- Molkereien und Käsereien
- Getränkehersteller und Brauereien
- Süßwaren- und Backwarenindustrie
- Hersteller von Fertiggerichten und Tiefkühlkost
- Obst- und Gemüseverarbeitung
- Fleisch- und Wurstwarenindustrie
Was du als Auszubildende zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.800 € 2.500 – 3.100 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.150 € 2.800 – 3.500 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.800 € 3.300 – 4.500 €
Die Werte gelten für ausgebildete Fachkräfte; die Ausbildungsvergütung liegt je nach Branche und Tarif grob zwischen 950 und 1.350 Euro im Monat, steigend vom ersten zum dritten Ausbildungsjahr. Entscheidend ist, ob der Betrieb an einen Branchentarif der Gewerkschaft NGG gebunden ist, etwa in der Süßwaren-, Milch- oder Brauwirtschaft, und wie hoch die Schichtzulagen ausfallen; tariflose Kleinbetriebe zahlen spürbar weniger.
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