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Logistik & Verkehr

Berufskraftfahrer

Berufskraftfahrer transportieren Güter mit Lastwagen oder befördern Fahrgäste mit Bussen. Sie fahren, laden, sichern Ladung, prüfen ihr Fahrzeug und halten Lenk- und Ruhezeiten ein.

Das Berufsbild

Was macht ein Berufskraftfahrer?

Im Güterverkehr fährt ein Berufskraftfahrer Lkw oder Sattelzüge im Nah-, Regional- oder Fernverkehr. Vor der Abfahrt prüft er Bremsen, Reifen, Beleuchtung und Flüssigkeitsstände. Er plant die Route, überwacht das Be- und Entladen, sichert die Ladung mit Gurten, Ketten und Antirutschmatten und kontrolliert Lieferpapiere. Unterwegs bedient er den digitalen Tachografen, hält Kontakt zur Disposition und übergibt die Ware beim Kunden. Im Nahverkehr kommen viele Stopps am Tag hinzu, oft mit eigenem Abladen per Hubwagen oder Ladebordwand. Im Personenverkehr fährt er Linien- oder Reisebusse, verkauft Fahrscheine, gibt Auskünfte und achtet auf die Sicherheit der Fahrgäste. Spezialisierungen gibt es etwa für Gefahrgut, Kühltransporte, Tankwagen, Baustellenverkehr oder Schwertransporte.

Wie wird man Berufskraftfahrer?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung in einer Spedition, einem Verkehrsunternehmen oder einem Handelsbetrieb. Die Führerscheine der Klassen C und CE beziehungsweise D werden in der Regel während der Ausbildung erworben und vom Betrieb bezahlt. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, meist wird ein Hauptschulabschluss erwartet. Häufig ist der Quereinstieg: Wer den passenden Führerschein macht und die beschleunigte Grundqualifikation mit Prüfung bei der IHK ablegt, darf gewerblich fahren. Die Kosten übernimmt oft die Agentur für Arbeit oder der künftige Arbeitgeber. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht, außerdem müssen Führerschein und ärztliche Untersuchungen regelmäßig erneuert werden.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf bedeutet langes Sitzen, hohe Konzentration im dichten Verkehr, Termindruck und Staus. Die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten sind streng geregelt und werden kontrolliert, gleichzeitig drängen Kunden und Disposition auf pünktliche Lieferung. Im Fernverkehr sind Fahrer oft die ganze Woche oder länger unterwegs und übernachten in der Kabine, häufig auf überfüllten Rastplätzen mit schlechten Sanitäranlagen. Das belastet Familie und Freundeskreis. Arbeitszeiten beginnen oft nachts oder in den frühen Morgenstunden, Wochenendarbeit ist verbreitet. Beim Be- und Entladen, beim Planen und Sichern wird körperlich gearbeitet, bei jedem Wetter. Busfahrer haben zusätzlich mit schwierigen oder aggressiven Fahrgästen zu tun und arbeiten im Schichtdienst mit geteilten Diensten. Der Verdienst ist gemessen an Verantwortung und Abwesenheit von zu Hause eher niedrig, und in Teilen der Branche herrscht großer Kostendruck.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Viele Fahrer gehen in den kommenden Jahren in Rente, Nachwuchs fehlt, und Speditionen wie Verkehrsbetriebe suchen bundesweit Zehntausende Fachkräfte. Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf selten. Wer nicht im Fernverkehr fahren möchte, findet Stellen im Nah- und Verteilerverkehr mit täglicher Heimkehr. Mit Zusatzqualifikationen wie dem ADR-Schein für Gefahrgut oder Kranscheinen steigt der Verdienst. Aufstiegswege führen zur Disposition, zum Fuhrparkleiter oder über eine Fortbildung zum Meister für Kraftverkehr oder zum Fachwirt im Bereich Güterverkehr und Logistik. Automatisiertes Fahren wird den Beruf mittelfristig verändern, ersetzt ihn absehbar aber nicht.

Aufgaben

  • Fahrzeug vor Fahrtantritt auf Verkehrssicherheit prüfen
  • Ladung verteilen, sichern und Be- und Entladen überwachen
  • Touren planen und mit der Disposition abstimmen
  • Lenk- und Ruhezeiten über den digitalen Tachografen dokumentieren
  • Frachtpapiere, Lieferscheine und Zolldokumente prüfen
  • Waren beim Kunden übergeben und Empfang quittieren lassen
  • Fahrgäste befördern, Fahrscheine verkaufen und Auskünfte geben
  • Kleinere Störungen beheben und Schäden melden

Voraussetzungen

  • Führerschein der Klasse C/CE für Lkw oder D/DE für Busse
  • Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und Weiterbildung alle fünf Jahre
  • Ärztliche Untersuchung und Sehtest
  • Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit bei langen Fahrten
  • Körperliche Fitness für Laden und Ladungssicherung
  • Bereitschaft zu frühen Schichten, Wochenendarbeit und im Fernverkehr zu Übernachtungen im Fahrzeug

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer dauert drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor der IHK, die Führerscheine werden dabei erworben. Quereinsteiger erreichen die Berechtigung über Führerschein und beschleunigte Grundqualifikation mit IHK-Prüfung, was einige Wochen bis wenige Monate dauert.

Wo man arbeitet

  • Speditionen und Transportunternehmen
  • Logistikdienstleister und Paketdienste
  • Handels- und Industrieunternehmen mit eigenem Fuhrpark
  • Öffentliche Verkehrsbetriebe
  • Reise- und Fernbusunternehmen
  • Bauunternehmen und Entsorgungsbetriebe

Was du als Berufskraftfahrer verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.600 € 2.300 – 3.000 €
Mit Berufserfahrung
2.950 € 2.600 – 3.400 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.300 € 2.900 – 3.900 €

Das Gehalt hängt stark davon ab, ob der Betrieb tarifgebunden ist: Im Güterverkehr gelten regionale Tarifverträge für das Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe, im Busverkehr der Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) der Länder oder Tarife des privaten Omnibusgewerbes. Spesen für den Fernverkehr, Nacht- und Wochenendzuschläge sowie Zusatzqualifikationen wie der Gefahrgutschein erhöhen das tatsächliche Einkommen oft deutlich.

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