Fachkraft im Fahrbetrieb
Fachkräfte im Fahrbetrieb fahren Busse oder Straßenbahnen im öffentlichen Nahverkehr, beraten Fahrgäste und verkaufen Fahrkarten. Sie arbeiten außerdem in Planung, Disposition und Kundenservice von Verkehrsunternehmen.
Das Berufsbild
Was macht eine Fachkraft im Fahrbetrieb?
Der größte Teil der Arbeit findet am Steuer statt: Fachkräfte im Fahrbetrieb fahren Linienbusse oder, je nach Betrieb, Straßen- und Stadtbahnen nach Fahrplan. Vor Dienstbeginn prüfen sie das Fahrzeug auf Mängel, kontrollieren Beleuchtung, Bremsen und Türen und melden Schäden an die Werkstatt. Unterwegs halten sie den Takt ein, so gut der Verkehr es zulässt, helfen Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen beim Einstieg, verkaufen Fahrscheine und geben Auskunft zu Verbindungen und Tarifen. Bei Unfällen, Störungen oder Konflikten im Fahrzeug sichern sie die Lage ab und halten Kontakt mit der Leitstelle. Anders als reine Busfahrerinnen und Busfahrer lernen sie auch die Abläufe hinter dem Fahrbetrieb kennen: Dienst- und Fahrplanung, Disposition, Arbeit im Kundencenter, Beschwerdebearbeitung und einfache Marketingaufgaben. Wer später nicht mehr nur fahren möchte, kann in diese Bereiche wechseln.
Wie wird man Fachkraft im Fahrbetrieb?
Der Beruf ist eine duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz und dauert drei Jahre. Die Ausbildung findet im Verkehrsunternehmen und in der Berufsschule statt, abgeschlossen wird sie mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Während der Ausbildung erwerben die Auszubildenden den Führerschein der Klasse D samt Berufskraftfahrerqualifikation, die Kosten trägt in der Regel der Betrieb. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Unternehmen erwarten aber mindestens einen mittleren Abschluss oder einen guten Hauptschulabschluss. Weil der Busführerschein ein Mindestalter voraussetzt, stellen viele Betriebe erst ab 17 oder 18 Jahren ein. Für Erwachsene mit Pkw-Führerschein gibt es außerdem Umschulungen, oft gefördert über die Agentur für Arbeit. Quereinsteiger ohne Ausbildung fahren häufig zunächst als Busfahrer und holen den Abschluss später nach.
Was der Beruf verlangt
Der Fahrbetrieb läuft von frühmorgens bis nach Mitternacht, auch an Wochenenden und Feiertagen. Schichtdienst ist die Regel, dazu kommen geteilte Dienste mit langer Pause in der Mitte des Tages, die den Arbeitstag ausdehnen. Die Arbeit ist überwiegend sitzend und verlangt dauerhafte Konzentration im dichten Stadtverkehr. Verspätungen durch Staus oder Baustellen erzeugen Zeitdruck, den die Fahrgäste beim Personal abladen. Unhöfliche, betrunkene oder aggressive Fahrgäste gehören zum Alltag, besonders in Abend- und Nachtdiensten. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen und Sehtests sind Pflicht, wer gesundheitlich nicht mehr fahrtauglich ist, verliert die Grundlage für die Hauptaufgabe. Viele Verkehrsbetriebe sind knapp besetzt, was zu Zusatzschichten und kurzfristigen Dienständerungen führen kann.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Im Nahverkehr fehlen bundesweit viele tausend Fahrerinnen und Fahrer, ein großer Teil der Belegschaft geht in den kommenden Jahren in Rente, und der politisch gewollte Ausbau von Bus und Bahn erhöht den Bedarf zusätzlich. Ausgebildete Fachkräfte haben deshalb gute Chancen auf eine unbefristete Stelle, häufig schon im Ausbildungsbetrieb. Nach einigen Jahren Berufserfahrung führen Weiterbildungen zum Verkehrsmeister oder zur Verkehrsfachwirtin in Aufgaben als Disponent, in der Leitstelle, in der Dienstplanung oder als Gruppenleitung im Fahrdienst. Auch die Arbeit als Ausbilder oder Fahrlehrerin im Betrieb ist möglich. Elektrobusse und neue Assistenzsysteme verändern die Technik, ersetzen das Fahrpersonal aber auf absehbare Zeit nicht.
Aufgaben
- Linienbusse oder Straßenbahnen nach Fahrplan fahren
- Fahrzeuge vor Fahrtantritt auf Verkehrssicherheit prüfen
- Fahrscheine verkaufen und Fahrgäste zu Tarifen und Verbindungen beraten
- Menschen mit eingeschränkter Mobilität beim Ein- und Ausstieg helfen
- Bei Unfällen, Störungen und Konflikten im Fahrzeug eingreifen und die Leitstelle informieren
- Dienstpläne und Fahrzeugeinsätze mitplanen und disponieren
- Kundenanfragen und Beschwerden im Kundencenter bearbeiten
Voraussetzungen
- In der Regel mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
- Mindestalter für den Führerschein Klasse D, daher meist Einstieg ab 17 oder 18 Jahren
- Gesundheitliche Eignung mit gutem Sehvermögen, regelmäßige ärztliche Untersuchungen
- Einwandfreies Führungszeugnis und möglichst keine Punkte in Flensburg
- Belastbarkeit, Ruhe in Konfliktsituationen und Freundlichkeit im Umgang mit Fahrgästen
- Bereitschaft zu Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im Verkehrsunternehmen mit Berufsschule, die mit der IHK-Abschlussprüfung zur Fachkraft im Fahrbetrieb endet. Der Führerschein Klasse D und die Berufskraftfahrerqualifikation werden während der Ausbildung erworben. Für Erwachsene gibt es Umschulungen, die meist verkürzt sind und von der Agentur für Arbeit gefördert werden können.
Wo man arbeitet
- Kommunale Verkehrsbetriebe und Stadtwerke
- Private Omnibusunternehmen im Linienverkehr
- Straßen- und Stadtbahnbetriebe
- Regionale Verkehrsgesellschaften und Verkehrsverbünde
Was du als Fachkraft im Fahrbetrieb verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.950 € 2.600 – 3.300 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.250 € 2.900 – 3.600 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.800 € 3.300 – 4.500 €
Kommunale Verkehrsbetriebe zahlen meist nach dem Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) des jeweiligen Bundeslandes, private Busunternehmen nach Tarifen der Landesverbände des privaten Omnibusgewerbes oder ohne Tarif und oft spürbar weniger. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich und sind in den Werten nicht enthalten.
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