Bürokraft / Servicemitarbeiter mit KFZ-Kenntnissen
Bürokräfte und Servicemitarbeiter mit Kfz-Kenntnissen arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kundschaft, Werkstatt und Verwaltung eines Autohauses oder einer Kfz-Werkstatt. Sie nehmen Aufträge an, vergeben Termine, erstellen Rechnungen und erklären Reparaturen verständlich.
Das Berufsbild
Was macht eine Bürokraft / ein Servicemitarbeiter mit Kfz-Kenntnissen?
Der Arbeitsplatz liegt meist am Empfang oder im Servicebüro eines Autohauses oder einer freien Werkstatt. Morgens bringen Kundinnen und Kunden ihre Fahrzeuge zur Inspektion, zum Reifenwechsel oder zur Reparatur. Die Servicekraft nimmt das Fahrzeug an, notiert Kilometerstand und geschilderte Mängel, legt den Werkstattauftrag im Dealer-Management-System an und klärt, ob ein Ersatzwagen gebraucht wird. Tagsüber klingelt das Telefon fast ununterbrochen: Terminanfragen, Rückfragen zum Reparaturstand, Anrufe bei Kunden, wenn die Werkstatt zusätzliche Schäden findet und eine Freigabe braucht. Dazu kommen Ersatzteilbestellungen, Kostenvoranschläge, Garantie- und Kulanzanträge beim Hersteller, die Abwicklung von Versicherungsschäden und am Ende die Rechnung. Bei der Fahrzeugrückgabe erklärt die Servicekraft, was gemacht wurde und warum es so viel kostet. Die Kfz-Kenntnisse sind dabei entscheidend: Wer weiß, was ein Zahnriemenwechsel bedeutet oder warum Bremsscheiben mitgetauscht werden müssen, kann Aufträge richtig erfassen und Kundschaft glaubwürdig beraten.
Wie wird man Bürokraft / Servicemitarbeiter mit Kfz-Kenntnissen?
Einen festgelegten Ausbildungsberuf mit genau diesem Namen gibt es nicht. Häufige Wege sind die dreijährige duale Ausbildung zum Automobilkaufmann oder zur Automobilkauffrau oder eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement, ergänzt durch Erfahrung in einem Kfz-Betrieb. Ebenso verbreitet ist der Wechsel aus der Werkstatt: Kfz-Mechatronikerinnen und -Mechatroniker, die körperlich nicht mehr schrauben wollen oder können, bringen das technische Wissen mit und lernen die Bürotätigkeiten im Betrieb. Quereinsteiger ohne Kfz-Hintergrund haben es schwerer, werden bei Personalmangel aber auch eingearbeitet. Herstellerschulungen und Weiterbildungen der Handwerkskammern zum Serviceassistenten oder Kundendienstberater vertiefen das Wissen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich leicht, aber nervlich fordernd. Morgens und am späten Nachmittag, wenn Fahrzeuge gebracht und abgeholt werden, ballt sich alles gleichzeitig. Unzufriedene Kunden, überraschend hohe Rechnungen oder verzögerte Ersatzteile landen zuerst bei der Servicekraft, auch wenn die Ursache in der Werkstatt oder beim Lieferanten liegt. Ruhe im Gespräch, Durchsetzungsvermögen gegenüber Mechanikern und Kundschaft sowie sicherer Umgang mit Software sind nötig. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten, oft mit frühem Beginn und regelmäßig Samstagsdiensten. In der Reifensaison im Frühjahr und Herbst fallen häufig Überstunden an.
Aussichten
Der Kfz-Handel und das Kfz-Handwerk suchen dauerhaft Personal, gerade Leute, die Technik und Kundenkontakt verbinden. Die Elektromobilität verändert die Werkstattarbeit, die Annahme und Beratung bleibt aber gefragt, weil neue Technik zusätzlichen Erklärungsbedarf schafft. Gleichzeitig schließen und fusionieren Autohäuser, und Online-Terminbuchung übernimmt einfache Aufgaben. Wer sich weiterbildet, kann zum Serviceberater, Serviceleiter oder Teiledienstleiter aufsteigen. Mit einer Meisterprüfung oder einem Fachwirt im Kfz-Gewerbe stehen auch Leitungspositionen im Betrieb offen.
Aufgaben
- Fahrzeuge annehmen und Werkstattaufträge im System anlegen
- Termine für Inspektion, Reparatur und Reifenwechsel vergeben
- Kostenvoranschläge erstellen und Reparaturfreigaben bei Kunden einholen
- Ersatzteile bestellen und Lieferzeiten im Blick behalten
- Garantie-, Kulanz- und Versicherungsfälle abwickeln
- Rechnungen schreiben und Zahlungen entgegennehmen
- Kunden bei der Fahrzeugrückgabe die durchgeführten Arbeiten erklären
- Ersatzfahrzeuge und Hol- und Bringdienste organisieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische oder Kfz-technische Ausbildung, z. B. Automobilkaufmann oder Kfz-Mechatroniker
- Fundierte Kenntnisse über Fahrzeugtechnik und Werkstattabläufe
- Sicherer Umgang mit PC, Office-Programmen und Dealer-Management-Systemen
- Belastbarkeit und ruhiges Auftreten bei Reklamationen
- Führerschein Klasse B
- Bereitschaft zu Samstagsdiensten und saisonalen Überstunden
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Automobilkaufmann oder eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker (3,5 Jahre) mit anschließendem Wechsel ins Servicebüro, jeweils abgeschlossen mit einer Prüfung vor der IHK bzw. Handwerkskammer. Kaufmännisch Ausgebildete ohne Kfz-Hintergrund erwerben die technischen Kenntnisse im Betrieb und über Herstellerschulungen.
Wo man arbeitet
- Markengebundene Autohäuser
- Freie Kfz-Werkstätten
- Werkstattketten und Reifenservice-Betriebe
- Nutzfahrzeug- und Landmaschinenwerkstätten
- Karosserie- und Lackierbetriebe
Was du als Bürokraft / Servicemitarbeiter mit KFZ-Kenntnissen verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.700 € 2.400 – 3.000 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.100 € 2.800 – 3.500 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.700 € 3.200 – 4.400 €
Tarifgebundene Betriebe zahlen nach den regionalen Tarifverträgen des Kfz-Handwerks bzw. Kfz-Gewerbes, viele kleinere freie Werkstätten sind jedoch nicht tarifgebunden und zahlen spürbar weniger. Am stärksten steigt das Gehalt mit der Übernahme von Serviceberatung, oft verbunden mit umsatzabhängigen Prämien in größeren Markenautohäusern.
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