Elektrotechnik und Informationstechnik
Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektrotechnik und Informationstechnik entwickeln, planen und prüfen elektrische und elektronische Systeme, von Schaltungen und Steuerungen über Energienetze bis zu Kommunikations- und Embedded-Systemen.
Das Berufsbild
Was machen Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektrotechnik und Informationstechnik?
Der Beruf verbindet klassische Elektrotechnik mit Elektronik, Software und Datenübertragung. Im Alltag entwerfen sie Schaltpläne und Leiterplatten, programmieren Mikrocontroller, simulieren Regelkreise oder berechnen Leitungsquerschnitte und Schutzeinrichtungen für Anlagen. Ein großer Teil der Arbeit findet am Rechner statt: Anforderungen klären, Komponenten auswählen, Simulationen laufen lassen, technische Dokumentation schreiben. Dazu kommen Messungen im Labor mit Oszilloskop und Netzwerkanalysator, Tests von Prototypen und die Fehlersuche, wenn ein Gerät nicht tut, was es soll. Je nach Branche sieht der Schwerpunkt sehr unterschiedlich aus. Im Fahrzeugbau geht es um Steuergeräte und Bordnetze, bei Netzbetreibern um Umspannwerke und Netzausbau, in der Medizintechnik um sichere Geräteelektronik, in der Telekommunikation um Funk- und Netzwerktechnik. Viele arbeiten in Projektteams mit Maschinenbau, Informatik und Einkauf zusammen und stimmen sich mit Kunden und Zulieferern ab.
Wie wird man Ingenieurin oder Ingenieur der Elektrotechnik und Informationstechnik?
Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium an einer Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften, meist sechs bis sieben Semester. Viele hängen einen Master an, vor allem wer in Forschung und Entwicklung oder später in eine Promotion will. Das Studium ist mathematiklastig: Analysis, lineare Algebra, Elektrodynamik und Signaltheorie gehören zum Grundstudium, und die Abbruchquoten in den ersten Semestern sind hoch. Ein duales Studium kombiniert Hochschule und Betrieb und bringt von Anfang an ein Gehalt. Wer bereits eine Ausbildung etwa als Elektronikerin oder Elektroniker hat, kann über die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker einsteigen oder mit beruflicher Qualifikation ohne Abitur studieren. Ein Quereinstieg ohne Studium in Ingenieurstellen ist selten.
Was der Beruf verlangt
Gefragt sind analytisches Denken, Geduld bei der Fehlersuche und die Bereitschaft, sich ständig in neue Bauteile, Normen und Software einzuarbeiten. Das Fachwissen veraltet schnell, Weiterbildung läuft nebenher. Die Arbeitszeiten sind meist regulär, vor Meilensteinen, Serienanläufen oder Inbetriebnahmen kann es aber eng werden, mit Überstunden und Zeitdruck. Wer in Inbetriebnahme oder Service arbeitet, ist oft wochenlang auf Baustellen oder bei Kunden im Ausland unterwegs. Viel Zeit geht in Dokumentation, Abstimmungen und Normprüfungen, was nicht allen liegt, die eigentlich entwickeln wollen. Fachenglisch ist in den meisten Unternehmen Pflicht. In der Automobilzulieferindustrie gab es zuletzt Stellenabbau, was Unsicherheit mit sich bringt.
Aussichten
Die Nachfrage ist insgesamt hoch und wird von Energiewende, Elektromobilität, Automatisierung und Digitalisierung getragen. Besonders gesucht sind Fachleute für Energietechnik, Leistungselektronik, Netzplanung und Embedded-Software, während einzelne Bereiche der Autoindustrie schwanken. Entwicklungswege führen in die Projektleitung, in die Teamleitung, in den technischen Vertrieb oder in Spezialistenrollen etwa für funktionale Sicherheit. Mit Berufserfahrung ist auch die Arbeit als Sachverständige, Gutachter oder in einem eigenen Ingenieurbüro möglich. Im öffentlichen Dienst bieten Behörden, Bundeswehr und Stadtwerke sichere, aber meist niedriger bezahlte Stellen.
Aufgaben
- Schaltungen und Leiterplatten entwerfen und simulieren
- Mikrocontroller und Steuerungen programmieren
- Prototypen im Labor messen, testen und Fehler suchen
- Elektrische Anlagen und Energienetze planen und berechnen
- Technische Dokumentation und Prüfberichte erstellen
- Bauteile auswählen und mit Zulieferern abstimmen
- Normen und Sicherheitsvorgaben prüfen und einhalten
- Anlagen beim Kunden in Betrieb nehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Studium der Elektrotechnik, Informationstechnik oder eines verwandten Fachs
- Sichere Kenntnisse in Mathematik und Physik
- Erfahrung mit Simulations- und CAD-Software sowie Programmiersprachen wie C oder Python
- Gutes technisches Englisch
- Ausdauer und Genauigkeit bei der Fehlersuche
- Reisebereitschaft je nach Stelle, etwa für Inbetriebnahmen
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt meist über ein Bachelorstudium der Elektrotechnik und Informationstechnik mit sechs bis sieben Semestern und dem Abschluss Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science. Ein anschließender Master dauert drei bis vier Semester und ist für Forschung und Entwicklung verbreitet. Alternativ führt ein duales Studium in etwa dreieinhalb bis vier Jahren zum gleichen Bachelorabschluss.
Wo man arbeitet
- Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie
- Automobilhersteller und Zulieferer
- Energieversorger und Netzbetreiber
- Ingenieurbüros und Planungsbüros
- Hersteller von Medizin- und Kommunikationstechnik
- Hochschulen, Forschungsinstitute und Behörden
Was du als Elektrotechnik und Informationstechnik verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 4.800 € 4.200 – 5.500 €
- Mit Berufserfahrung
- 6.000 € 5.200 – 7.000 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 7.500 € 6.500 – 9.500 €
Das Gehalt hängt stark von Branche, Betriebsgröße und Tarifbindung ab: In tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie gilt der Tarifvertrag der IG Metall mit dem Entgeltrahmenabkommen ERA, der deutlich über kleinen Ingenieurbüros liegt. Im öffentlichen Dienst wird nach TVöD oder TV-L bezahlt, was sicherer, aber meist niedriger ist als in der Industrie.
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