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Bau & Immobilien

Energie- & Gebäudetechnik

Elektronikerinnen und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik planen, installieren und prüfen die elektrische Ausstattung von Gebäuden, vom Hausanschluss über Photovoltaik und Wallbox bis zur Gebäudesteuerung. Der Beruf wird meist im Elektrohandwerk erlernt und ausgeübt.

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?

Der Arbeitsalltag spielt sich überwiegend auf Baustellen und bei Kunden ab. Im Neubau werden Schlitze gestemmt, Leerrohre und Kabel verlegt, Schalter, Steckdosen und Leuchten gesetzt und Zählerschränke sowie Unterverteilungen aufgebaut und verdrahtet. In Bestandsgebäuden kommen Sanierungen alter Anlagen hinzu, oft in bewohnten Räumen. Ein wachsender Teil der Arbeit betrifft die Energiewende: Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher anschließen, Wallboxen installieren, Wärmepumpen elektrisch einbinden. Dazu gehören Gebäudesysteme wie KNX-Steuerungen, Sprechanlagen, Netzwerkverkabelung, Rauchmelder und Blitzschutz. Jede fertige Anlage wird nach DIN VDE gemessen und dokumentiert, bevor sie in Betrieb geht. Ein weiterer Teil ist Kundendienst: Fehler suchen, wenn die Sicherung fliegt, defekte Bauteile tauschen, ortsveränderliche Geräte und Anlagen in Betrieben regelmäßig prüfen.

Wie wird man Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung im Elektrohandwerk. Sie dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer beziehungsweise Elektroinnung. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Mathematik und Physik sind in der Berufsschule zentral, Schaltpläne lesen und Leitungsquerschnitte berechnen gehört zum Stoff. Mit Abitur oder sehr guten Leistungen lässt sich die Ausbildung verkürzen. Für Umsteiger gibt es Umschulungen von meist 28 Monaten, häufig über die Agentur für Arbeit gefördert. Wer aus einem verwandten Beruf kommt, kann sich zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten qualifizieren, darf damit aber nur einen eingeschränkten Bereich selbst ausführen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Stemmen und Bohren in Beton erzeugt Staub und Lärm, im Rohbau ist es im Winter kalt, auf Dachflächen bei Photovoltaikmontage im Sommer heiß. Viel wird auf Leitern, kniend oder in engen Kellern und Dachböden gearbeitet. Schwindelfreiheit ist nötig, ebenso ein einwandfreies Farbsehen, weil Adern nach Farben unterschieden werden. Der Umgang mit Strom verlangt Sorgfalt: Fehler bei Anschluss oder Prüfung können Brände und Unfälle verursachen, und die verantwortliche Fachkraft haftet dafür. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt und tagsüber, viele Betriebe haben aber einen Bereitschafts- oder Notdienst am Abend und Wochenende. Auf Baustellen herrscht häufig Termindruck, weil andere Gewerke auf die Elektrik warten. Bei Kundenaufträgen kommt der Umgang mit Menschen in ihren Wohnungen hinzu.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Viele Elektrobetriebe finden seit Jahren nicht genug Fachkräfte, und der Ausbau von Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen sowie die Sanierung alter Elektroinstallationen sorgen für volle Auftragsbücher. Gesellinnen und Gesellen können sich auf Gebäudeautomation, Photovoltaik, Sicherheitstechnik oder Prüfdienstleistungen spezialisieren. Die Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister ermöglicht die Führung eines eigenen Betriebs und die Eintragung ins Installateurverzeichnis des Netzbetreibers. Alternativ führen die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder ein Studium der Elektrotechnik in Planung, Bauleitung oder Facility Management. Auch Industriebetriebe, Wohnungsbaugesellschaften und Netzbetreiber stellen ausgebildete Fachkräfte ein.

Aufgaben

  • Kabel, Leitungen und Leerrohre in Neubauten und Bestandsgebäuden verlegen
  • Zählerschränke und Unterverteilungen aufbauen und verdrahten
  • Photovoltaikanlagen, Speicher und Wallboxen anschließen und in Betrieb nehmen
  • Gebäudesteuerungen wie KNX, Sprechanlagen und Netzwerktechnik installieren und programmieren
  • Anlagen nach DIN VDE messen, prüfen und dokumentieren
  • Störungen suchen und defekte Bauteile austauschen
  • Elektrische Geräte und Anlagen in Betrieben wiederkehrend prüfen

Voraussetzungen

  • Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss, solide Kenntnisse in Mathematik und Physik
  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder entsprechende Umschulung
  • Einwandfreies Farbsehen und Schwindelfreiheit
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeiten auf Leitern, im Knien und auf Baustellen
  • Sorgfalt und Verständnis von Schaltplänen
  • Führerschein Klasse B, von den meisten Betrieben erwartet

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung im Elektrohandwerk von dreieinhalb Jahren, die mit der Gesellenprüfung endet. Für Erwachsene gibt es Umschulungen von meist 28 Monaten mit demselben Abschluss. Danach ist die Weiterbildung zum Meister oder Techniker möglich.

Wo man arbeitet

  • Betriebe des Elektrohandwerks
  • Solar- und Photovoltaikfirmen
  • Industriebetriebe mit eigener Haustechnik
  • Wohnungsbaugesellschaften und Facility-Management-Unternehmen
  • Energieversorger und Netzbetreiber

Was du als Energie- & Gebäudetechnik verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.900 € 2.600 – 3.200 €
Mit Berufserfahrung
3.400 € 3.000 – 3.900 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.100 € 3.600 – 4.900 €

Im Handwerk gelten die regionalen Tarifverträge des Elektrohandwerks zwischen den Landesinnungsverbänden und der IG Metall, viele kleine Betriebe zahlen aber ohne Tarifbindung und teils deutlich darunter. Wer in die Industrie unter den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder zu Energieversorgern wechselt, verdient spürbar mehr, dazu kommen Bereitschafts- und Montagezulagen, die hier nicht eingerechnet sind.

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