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Logistik & Verkehr

Fachkraft für Lagerlogistik , Mercedes-Benz AG

Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen in den Werken der Mercedes-Benz AG Bauteile an, lagern sie ein und versorgen die Montagebänder pünktlich und in der richtigen Reihenfolge mit Material. Sie arbeiten mit Gabelstapler, Scanner und SAP und meist im Schichtbetrieb.

Das Berufsbild

Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?

In einem Automobilwerk hängt die Montage an der Logistik. Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Lkw-Ladungen von Zulieferern an, prüfen Lieferscheine gegen die Bestellung, kontrollieren Ware auf Schäden und buchen sie im Lagerverwaltungssystem, bei Mercedes-Benz in der Regel SAP, ein. Danach lagern sie Paletten und Behälter mit Gabelstapler oder Schubmaststapler in Hochregale oder Pufferflächen ein. Ein großer Teil der Arbeit ist die Bandversorgung: Teile werden nach Abrufen aus der Produktion kommissioniert und "just in time" oder "just in sequence" an die Linie gebracht, also genau in der Reihenfolge, in der die Fahrzeuge vom Band laufen. Dazu kommen Leergutrücklauf, Inventuren, das Klären von Fehlmengen und Buchungsdifferenzen sowie der Umgang mit Gefahrstoffen wie Batterien, Ölen oder Klebstoffen. Mit dem Ausbau der Elektromobilität spielt das sichere Lagern und Transportieren von Hochvoltbatterien eine wachsende Rolle.

Wie wird man Fachkraft für Lagerlogistik?

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung mit Abschlussprüfung vor der IHK. Mercedes-Benz bildet in mehreren Werken selbst aus, der Unterricht findet an der Berufsschule statt. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis werden ein guter Hauptschul- oder ein mittlerer Schulabschluss erwartet. Wer zunächst die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen abschließt, kann ein drittes Jahr anhängen. Quereinsteiger, etwa aus der Produktion oder aus Zeitarbeit im Lager, können nach mehreren Jahren einschlägiger Tätigkeit zur Externenprüfung zugelassen werden. Der Staplerschein wird meist während der Ausbildung erworben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich: viel Stehen und Gehen, Heben von Kleinladungsträgern, Fahren in zugigen Hallen und an Laderampen, bei denen Kälte und Lärm dazugehören. In den Werken läuft die Logistik im Zwei- oder Dreischichtsystem, Nacht- und gelegentliche Wochenendschichten sind üblich. Der Takt der Produktion setzt den Takt der Arbeit: Fehlt ein Teil an der Linie, steht im schlimmsten Fall das Band, entsprechend groß ist der Zeitdruck. Sorgfalt beim Scannen und Buchen ist nötig, weil jeder Fehler sich in der Kette fortsetzt. Viele Abläufe sind stark standardisiert und wiederholen sich, was nicht allen liegt. Sicherheitsvorschriften im Staplerverkehr sind streng und werden kontrolliert.

Aussichten

Lagerfachkräfte werden bundesweit gesucht, in Industrie, Handel und bei Logistikdienstleistern. Stellen in Automobilwerken sind wegen der tariflichen Bezahlung begehrt, zugleich steht die Branche unter Kostendruck, und Umbauten in der Produktion sowie die Vergabe von Logistikleistungen an externe Dienstleister können Arbeitsplätze verändern. Automatisierung mit fahrerlosen Transportsystemen und digitalen Lagersystemen verschiebt die Arbeit zunehmend vom Fahren zum Steuern und Überwachen. Aufstiegswege führen über Schichtführung und Teamleitung, die Weiterbildung zum Logistikmeister oder zur Fachwirtin für Logistiksysteme bis zum Studium der Logistik.

Aufgaben

  • Wareneingänge annehmen, Lieferpapiere prüfen und Schäden dokumentieren
  • Teile im Lagerverwaltungssystem ein- und ausbuchen
  • Paletten und Behälter mit Gabelstapler oder Routenzug transportieren
  • Material in der richtigen Sequenz für die Montagelinie kommissionieren
  • Montagebänder versorgen und Leergut zurückführen
  • Inventuren durchführen und Bestandsdifferenzen klären
  • Gefahrstoffe und Hochvoltbatterien vorschriftsgemäß lagern

Voraussetzungen

  • Guter Hauptschul- oder mittlerer Schulabschluss
  • Staplerschein oder Bereitschaft, ihn zu erwerben
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Stehen und Arbeiten in Hallen
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit einschließlich Nachtschicht
  • Sorgfalt und Grundkenntnisse in Rechnen und EDV
  • Verständnis für Arbeitssicherheit und Teamarbeit

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik mit IHK-Abschluss, die Mercedes-Benz in mehreren Werken anbietet. Alternativ führt die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen mit einem zusätzlichen Jahr zum gleichen Abschluss, Quereinsteiger mit Lagererfahrung können die Externenprüfung ablegen.

Wo man arbeitet

  • Fahrzeug- und Komponentenwerke der Automobilindustrie
  • Ersatzteil- und Logistikzentren von Fahrzeugherstellern
  • Zulieferbetriebe der Automobilindustrie
  • Kontraktlogistiker und Speditionen

Was du als Fachkraft für Lagerlogistik , Mercedes-Benz AG verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.600 € 3.300 – 3.900 €
Mit Berufserfahrung
4.000 € 3.600 – 4.400 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.700 € 4.200 – 5.300 €

Die Werte gelten für die Mercedes-Benz AG, die nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall, Entgeltrahmenabkommen ERA) bezahlt; hinzu kommen Schichtzulagen und Sonderzahlungen. Bei Speditionen, im Handel und bei Logistikdienstleistern ohne Metalltarif liegt das Gehalt für die gleiche Ausbildung oft um ein Viertel bis ein Drittel niedriger.

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