Facility Management
Facility Manager planen, steuern und kontrollieren den Betrieb von Gebäuden und Liegenschaften, von Heizung und Aufzügen über Reinigung und Sicherheit bis zu Verträgen und Betriebskosten. Sie arbeiten meist koordinierend und organisieren Dienstleister und Techniker.
Das Berufsbild
Was macht ein Facility Manager?
Facility Manager sorgen dafür, dass Bürogebäude, Krankenhäuser, Schulen, Einkaufszentren oder Produktionsstätten zuverlässig funktionieren und dabei möglichst wenig kosten. Die Arbeit teilt sich in drei Bereiche. Im technischen Gebäudemanagement geht es um Wartung und Instandhaltung von Heizung, Lüftung, Klima, Elektro, Aufzügen und Brandschutzanlagen. Im infrastrukturellen Teil werden Reinigung, Winterdienst, Pforte, Sicherheitsdienst und Abfallentsorgung organisiert. Im kaufmännischen Teil stehen Budgets, Betriebskostenabrechnungen, Ausschreibungen und Verträge mit Dienstleistern. Der Alltag besteht aus Begehungen, Gesprächen mit Handwerksfirmen, Mängelmeldungen, Angebotsvergleichen und der Pflege von Daten in CAFM-Software. Selbst Hand an Anlagen legen Facility Manager selten, sie beauftragen, prüfen und dokumentieren. Dazu gehört die Verantwortung dafür, dass gesetzliche Prüfpflichten etwa für Aufzüge, elektrische Anlagen oder Trinkwasser eingehalten werden.
Wie wird man Facility Manager?
Einen einheitlichen Ausbildungsweg gibt es nicht, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Ein verbreiteter Weg ist ein Bachelorstudium Facility Management, Immobilienwirtschaft oder Gebäudetechnik an einer Hochschule, meist in sechs bis sieben Semestern. Viele kommen über eine handwerkliche oder technische Ausbildung, etwa als Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder Mechatroniker, und bilden sich danach weiter, zum Beispiel zum Geprüften Fachwirt für Facility Management (IHK), zum staatlich geprüften Techniker oder zum Meister. Auch Kaufleute aus der Immobilienwirtschaft wechseln in den kaufmännischen Bereich. Quereinstieg ist häufig, Arbeitgeber achten vor allem auf technisches Verständnis und Erfahrung mit Gebäudebetrieb.
Was der Beruf verlangt
Facility Manager stehen zwischen vielen Seiten: Eigentümer wollen geringe Kosten, Nutzer erwarten, dass alles funktioniert, Dienstleister wollen auskömmliche Preise. Wer hier vermittelt, braucht Verhandlungsgeschick und ein dickes Fell, denn Beschwerden über ausgefallene Klimaanlagen oder verschmutzte Toiletten landen zuerst bei ihm. Die Arbeitszeiten liegen meist im Tagesbetrieb, bei Störungen oder Havarien wie Wasserschäden kann aber Rufbereitschaft am Abend oder Wochenende anfallen. Viel Zeit geht in Dokumentation, Vorschriften und Haftungsfragen, was nicht jedem liegt. Wer mehrere Objekte betreut, ist oft unterwegs. Körperlich ist die Arbeit weniger belastend als im Handwerk, Begehungen von Technikräumen, Dächern und Kellern gehören aber dazu.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Der Gebäudebestand altert, Anforderungen an Energieeffizienz, Klimaschutz und Betreiberverantwortung steigen, und die Digitalisierung der Gebäudetechnik verlangt Fachleute, die Technik und Wirtschaftlichkeit zusammendenken. Besonders gesucht sind Bewerber mit technischem Hintergrund. Entwicklungswege führen zur Objektleitung mehrerer Liegenschaften, zur Leitung einer FM-Abteilung, in das Energiemanagement oder zu großen FM-Dienstleistern in Bereichsleitungen. Auch eine Spezialisierung auf Krankenhäuser, Rechenzentren oder Industrieanlagen ist möglich und wird meist besser bezahlt.
Aufgaben
- Wartung und Prüfung haustechnischer Anlagen planen und überwachen
- Dienstleister für Reinigung, Sicherheit und Winterdienst beauftragen und kontrollieren
- Gebäudebegehungen durchführen und Mängel dokumentieren
- Leistungen ausschreiben, Angebote vergleichen und Verträge verhandeln
- Budgets aufstellen und Betriebskosten abrechnen
- Gesetzliche Prüfpflichten und Betreiberverantwortung sicherstellen
- Störungen und Schadensfälle koordinieren
- Gebäudedaten in CAFM-Software pflegen
Voraussetzungen
- Studium im Bereich Facility Management, Immobilienwirtschaft oder Gebäudetechnik oder technische Ausbildung mit Weiterbildung
- Verständnis für Haustechnik wie Heizung, Lüftung, Klima und Elektro
- Kaufmännisches Denken und Sicherheit im Umgang mit Budgets
- Organisationstalent und Verhandlungsgeschick
- Kenntnisse in Bau- und Sicherheitsvorschriften
- Führerschein Klasse B, bei Betreuung mehrerer Objekte meist erforderlich
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium Facility Management oder Gebäudetechnik von sechs bis sieben Semestern. Alternativ führt eine dreijährige technische oder kaufmännische Berufsausbildung mit anschließender Weiterbildung, etwa zum Geprüften Fachwirt für Facility Management (IHK) oder zum staatlich geprüften Techniker, in den Beruf.
Wo man arbeitet
- Facility-Management-Dienstleister
- Immobilien- und Wohnungsunternehmen
- Industrie- und Produktionsbetriebe
- Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
- Öffentliche Verwaltung und Hochschulen
- Einkaufszentren und Bürokomplexe
Was du als Facility Management verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.700 € 3.200 – 4.300 €
- Mit Berufserfahrung
- 4.600 € 3.900 – 5.500 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 6.000 € 5.000 – 7.500 €
Am stärksten wirken Arbeitgeber und Vorbildung: Im öffentlichen Dienst wird nach TVöD oder TV-L bezahlt, in der Industrie oft nach den Flächentarifen der IG Metall oder IG BCE und damit höher, bei FM-Dienstleistern meist frei verhandelt und teils deutlich niedriger. Ein Studium, die Zahl betreuter Objekte und Führungsverantwortung heben das Gehalt spürbar.
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