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Handwerk & Produktion

Fahrkartenkontrolleur DB Sicherheit

Fahrkartenkontrolleure bei der DB Sicherheit prüfen in Zügen, S-Bahnen und an Bahnhöfen die Fahrausweise der Fahrgäste, stellen Fahrpreisnacherhebungen aus und sorgen zugleich für Sicherheit und Ordnung im Bahnbereich.

Das Berufsbild

Was macht ein Fahrkartenkontrolleur bei der DB Sicherheit?

Die DB Sicherheit ist die Sicherheitstochter der Deutschen Bahn. Ihre Beschäftigten sind in Zügen des Nah- und Fernverkehrs, in S-Bahnen und auf Bahnhöfen unterwegs, meist in Teams zu zweit oder mehr. Zur Arbeit gehört die Prüfung von Fahrausweisen, oft gemeinsam mit Zugbegleitern oder als eigene Schwerpunktkontrolle auf bestimmten Linien. Wer ohne gültiges Ticket angetroffen wird, muss seine Personalien angeben. Daraus entsteht eine Fahrpreisnacherhebung, die heute meist mit einem mobilen Gerät erfasst wird. Weigert sich jemand, kann die Polizei oder die Bundespolizei hinzugezogen werden. Daneben gehören Streifengänge, das Durchsetzen der Hausordnung, Hilfe bei Notfällen, das Ansprechen von Personen, die rauchen oder pöbeln, und das Schreiben von Einsatzberichten zum Alltag. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Gesprächen: Auskunft geben, beruhigen, Regeln erklären und Konflikte entschärfen.

Wie wird man Fahrkartenkontrolleur bei der DB Sicherheit?

Eine bestimmte Berufsausbildung ist nicht vorgeschrieben, viele kommen als Quereinsteiger aus Handel, Gastronomie, Handwerk oder der Bundeswehr. Die DB Sicherheit schult neue Beschäftigte in einer mehrwöchigen internen Einarbeitung zu Tarifen, Rechtsgrundlagen, Deeskalation und Eigensicherung. Verlangt wird in der Regel die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung vor der IHK, die teils im Rahmen der Einarbeitung abgelegt wird. Ein einwandfreies Führungszeugnis ist Pflicht. Wer eine Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit mitbringt, hat bessere Chancen auf Aufstieg.

Was der Beruf verlangt

Der Dienst läuft im Schichtbetrieb, auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Gerade abends, an Fußballspieltagen oder bei Großveranstaltungen ist die Stimmung in Zügen oft angespannt. Beschimpfungen gehören zum Alltag, körperliche Angriffe auf Bahnpersonal kommen regelmäßig vor. Deshalb wird teilweise mit Bodycams gearbeitet, und Eigensicherung ist fester Bestandteil der Schulung. Wer Fahrgäste ohne Ticket anspricht, muss bestimmt auftreten und trotzdem ruhig bleiben, auch wenn jemand laut wird oder eine traurige Geschichte erzählt. Die Arbeit findet überwiegend im Stehen und Gehen statt, bei Hitze in vollen Zügen ebenso wie bei Kälte auf zugigen Bahnsteigen. Wechselnde Einsatzorte bedeuten oft lange Anfahrten. Gute Deutschkenntnisse sind nötig, Englisch und weitere Sprachen helfen.

Aussichten

Die Bahn sucht seit Jahren Personal für Sicherheit und Service, auch weil die Zahl der Übergriffe gestiegen ist und mehr Präsenz in Zügen politisch gewollt ist. Die Einstellungschancen sind daher gut, vor allem in Ballungsräumen. Neben der DB Sicherheit setzen auch private Sicherheitsfirmen Kontrollpersonal im Auftrag von Verkehrsunternehmen ein, dort sind die Bedingungen oft schlechter. Mit Erfahrung ist der Aufstieg zur Teamleitung, zur Einsatzplanung oder in die Sicherheitsleitstelle möglich. Über eine Weiterbildung zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft oder zum Meister für Schutz und Sicherheit öffnen sich Führungsaufgaben. Innerhalb des DB-Konzerns ist auch ein Wechsel in den Zugbegleitdienst oder andere Bereiche denkbar.

Aufgaben

  • Fahrausweise in Zügen, S-Bahnen und an Bahnsteigen kontrollieren
  • Fahrpreisnacherhebungen mit dem mobilen Gerät ausstellen
  • Personalien von Fahrgästen ohne gültiges Ticket aufnehmen
  • Streifen in Zügen und auf Bahnhöfen gehen
  • Konflikte schlichten und die Hausordnung durchsetzen
  • Mit Bundespolizei und Zugpersonal zusammenarbeiten
  • Fahrgästen Auskunft geben und bei Notfällen Erste Hilfe leisten
  • Einsatzberichte und Vorfallmeldungen schreiben

Voraussetzungen

  • Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung oder Bereitschaft, sie abzulegen
  • Einwandfreies Führungszeugnis
  • Gute Deutschkenntnisse, Englisch von Vorteil
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst
  • Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen und Ruhe in Konflikten
  • Körperliche Fitness für langes Stehen und Gehen

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg erfolgt meist ohne spezielle Berufsausbildung über eine mehrwöchige interne Schulung der DB Sicherheit, in der auch die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung abgelegt wird. Wer sich langfristig entwickeln will, kann die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit absolvieren oder berufsbegleitend die Fortbildung zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft machen.

Wo man arbeitet

  • Fern- und Regionalzüge der Deutschen Bahn
  • S-Bahnen in Ballungsräumen
  • Bahnhöfe und Bahnsteige
  • Sicherheitsleitstellen der DB Sicherheit

Was du als Fahrkartenkontrolleur DB Sicherheit verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.800 € 2.400 – 3.100 €
Mit Berufserfahrung
3.050 € 2.700 – 3.400 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.500 € 3.100 – 4.000 €

Bei der DB Sicherheit gelten die mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abgeschlossenen Tarifverträge des DB-Konzerns, die über den Löhnen privater Sicherheitsfirmen liegen, wo die regionalen Tarifverträge des Wach- und Sicherheitsgewerbes (BDSW) greifen. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdienst sind nicht eingerechnet und machen im Schichtdienst einen spürbaren Teil des Einkommens aus.

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