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Filialleiter / Store Manager

Filialleiterinnen und Filialleiter führen eine Verkaufsstelle im Handel oder in der Systemgastronomie. Sie sind für Personal, Umsatz, Warenbestand und den reibungslosen Tagesbetrieb verantwortlich.

Das Berufsbild

Was macht ein Filialleiter?

Ein Filialleiter oder Store Manager führt eine einzelne Verkaufsstelle eines größeren Unternehmens, etwa einen Supermarkt, eine Drogerie, ein Modegeschäft oder eine Bäckereifiliale. Der Tag beginnt oft vor Ladenöffnung mit dem Blick auf Warenlieferungen, Kassenstände und die Personalbesetzung. Filialleiter erstellen Dienstpläne, verteilen Aufgaben, führen Einarbeitungen und Mitarbeitergespräche und springen ein, wenn jemand krank ausfällt. Dazu kommen Bestellungen, Inventuren, die Kontrolle von Mindesthaltbarkeitsdaten und die Umsetzung von Werbeaktionen nach Vorgaben der Zentrale. Kennzahlen wie Umsatz, Inventurdifferenzen und Personalkosten werden laufend ausgewertet und an die Bezirks- oder Regionalleitung berichtet. Gleichzeitig stehen Filialleiter selbst im Verkauf, an der Kasse oder im Lager, besonders in kleineren Filialen und bei knapper Besetzung. Beschwerden von Kundschaft landen meist bei ihnen.

Wie wird man Filialleiter?

Der häufigste Weg führt über eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, danach einige Jahre Berufserfahrung als Verkäufer, Abteilungsleiter oder stellvertretender Filialleiter. Viele Handelsketten bieten interne Nachwuchsprogramme an, die in ein bis zwei Jahren auf die Leitung vorbereiten. Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt bei der IHK erleichtert den Aufstieg. Discounter und große Ketten stellen außerdem Hochschulabsolventen etwa aus BWL oder Handelsmanagement über Traineeprogramme ein, die direkt auf eine Filialleitung zulaufen. Quereinsteiger aus Gastronomie oder anderen Dienstleistungsbranchen mit Führungserfahrung haben ebenfalls Chancen, ein formaler Abschluss ist nicht überall Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten, also häufig bis 20 oder 22 Uhr und regelmäßig an Samstagen. Wochenarbeitszeiten über der vertraglichen Stundenzahl sind in vielen Filialen üblich, vor allem bei Personalmangel, der im Einzelhandel verbreitet ist. Körperlich ist der Beruf fordernder, als die Bezeichnung vermuten lässt: langes Stehen, Ware verräumen, Paletten bewegen. Filialleiter stehen zwischen zwei Seiten. Die Zentrale gibt Umsatzziele, Personalbudgets und Abläufe vor, das Team erwartet faire Dienstpläne und Rückhalt. Diesen Druck auszuhalten und trotzdem ruhig zu führen, fällt vielen schwer. Auch die Verantwortung bei Kassendifferenzen, Diebstahl oder Prüfungen durch Lebensmittelkontrolle und Arbeitsschutz liegt bei der Filialleitung.

Aussichten

Filialleiter werden laufend gesucht, weil viele Handelsketten Probleme haben, Führungsstellen zu besetzen, und die Fluktuation hoch ist. Gleichzeitig schließen im stationären Handel durch den Onlinehandel Filialen, besonders im Textil- und Elektronikbereich, während Lebensmittelhandel und Drogerien stabil bleiben. Mit Erfahrung ist der Wechsel in größere Filialen, in die Bezirks- oder Verkaufsleitung oder in Fachabteilungen der Zentrale wie Personal, Einkauf oder Expansion möglich. Eine Selbstständigkeit als Franchisenehmer ist ein weiterer Weg.

Aufgaben

  • Dienstpläne erstellen und Personaleinsatz steuern
  • Mitarbeitende einarbeiten, anleiten und Gespräche führen
  • Ware bestellen und Lieferungen kontrollieren
  • Umsatz, Kosten und Inventurdifferenzen auswerten
  • Aktionen und Vorgaben der Zentrale umsetzen
  • Kassenabrechnungen prüfen und Tageseinnahmen sichern
  • Kundenbeschwerden bearbeiten
  • selbst im Verkauf, an der Kasse und im Lager mitarbeiten

Voraussetzungen

  • meist abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, oft im Einzelhandel
  • mehrjährige Berufserfahrung, idealerweise mit ersten Führungsaufgaben
  • Bereitschaft zu Spät- und Samstagsdiensten
  • Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen gegenüber Team und Zentrale
  • Zahlenverständnis für Kennzahlen und Budgets
  • körperliche Fitness für langes Stehen und Warenverräumung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, gefolgt von einigen Jahren Erfahrung und dem internen Aufstieg über die stellvertretende Filialleitung. Alternativ führen Traineeprogramme für Hochschulabsolventen in ein bis zwei Jahren zur Leitung; die IHK-Weiterbildung zum Handelsfachwirt dauert berufsbegleitend etwa zwei Jahre.

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Discounter
  • Drogeriemärkte
  • Modegeschäfte und Fachhandelsketten
  • Bäckerei- und Systemgastronomieketten
  • Bau- und Elektronikmärkte
  • Tankstellen- und Convenience-Shops

Was du als Filialleiter / Store Manager verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.400 € 2.800 – 4.300 €
Mit Berufserfahrung
4.000 € 3.300 – 5.000 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.700 € 3.900 – 6.200 €

Das Gehalt hängt stark von Unternehmen, Filialgröße und Umsatz ab: Große Lebensmittelfilialen und Discounter zahlen deutlich mehr als kleine Fachgeschäfte oder Bäckereifilialen. In tarifgebundenen Betrieben gelten die regionalen Gehaltstarifverträge für den Einzelhandel zwischen ver.di und dem Handelsverband, Filialleitungen werden dort aber häufig außertariflich bezahlt, teils mit umsatzabhängigen Prämien.

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