Gabelstaplerfahrer
Gabelstaplerfahrer bewegen mit Flurförderzeugen Waren in Lagern, Produktionshallen und auf Betriebshöfen: Sie laden Lkw ab, lagern Paletten ein, kommissionieren und versorgen Fertigungslinien mit Material.
Das Berufsbild
Was macht ein Gabelstaplerfahrer?
Gabelstaplerfahrer sorgen dafür, dass Ware dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Morgens stehen oft die ersten Lkw an der Rampe: Paletten werden abgeladen, auf Beschädigungen geprüft, mit dem Handscanner erfasst und an den vorgesehenen Lagerplatz gebracht, häufig in Hochregale in mehreren Metern Höhe. Im Gegenzug werden Aufträge zusammengestellt, Paletten gesichert, foliert und für den Versand bereitgestellt. In Industriebetrieben bringen Staplerfahrer Rohstoffe und Bauteile an die Produktionslinien und holen fertige Ware ab. Zur Arbeit gehören auch die tägliche Sichtprüfung des Fahrzeugs vor Schichtbeginn, das Laden oder Wechseln der Batterie, das Melden von Mängeln und die Bedienung des Lagerverwaltungssystems. Neben dem klassischen Frontstapler kommen Schubmaststapler, Hochregalstapler, Kommissionierer oder Seitenstapler zum Einsatz.
Wie wird man Gabelstaplerfahrer?
Eine eigene Berufsausbildung gibt es nicht. Wer einen Stapler fahren will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, eine Ausbildung zum Flurförderzeugführer nach dem DGUV Grundsatz 308-001 absolvieren und eine schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber erhalten. Der Lehrgang, umgangssprachlich Staplerschein genannt, dauert je nach Vorkenntnissen meist ein bis drei Tage und endet mit einer theoretischen und praktischen Prüfung. Die Kosten übernehmen oft der Arbeitgeber, das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit. Für besondere Fahrzeuge wie Hochregal- oder Teleskopstapler ist eine Zusatzqualifikation nötig. Der Beruf ist damit ein häufiger Quereinstieg, auch für Menschen ohne Berufsabschluss. Wer langfristig mehr erreichen will, macht eine Ausbildung zum Fachlageristen (zwei Jahre) oder zur Fachkraft für Lagerlogistik (drei Jahre), in denen das Staplerfahren Teil der Ausbildung ist.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit läuft in vielen Betrieben im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, in großen Logistikzentren auch nachts und am Wochenende. Lagerhallen sind im Winter kalt und im Sommer warm, in Tiefkühllagern wird bei Minusgraden gearbeitet. Das lange Sitzen, Vibrationen und häufiges Drehen des Oberkörpers belasten Rücken und Nacken, zusätzlich fällt oft Handarbeit beim Kommissionieren an. Gleichzeitig verlangt der Beruf ständige Aufmerksamkeit: In engen Gängen, zwischen Fußgängern und unter Zeitdruck kann ein Moment der Unachtsamkeit zu schweren Unfällen führen. Gutes räumliches Sehen, Reaktionsvermögen und Verantwortungsbewusstsein sind daher wichtiger als Kraft. Leistungsvorgaben und Scannerzeiten erzeugen in manchen Betrieben spürbaren Druck. Ein erheblicher Teil der Stellen wird über Zeitarbeitsfirmen besetzt, was häufigere Wechsel und weniger Planbarkeit bedeuten kann.
Aussichten
Staplerfahrer werden in Handel, Industrie und Logistik laufend gesucht, die Zahl der Stellenangebote ist hoch. Der Einstieg gelingt meist schnell, das Lohnniveau bleibt aber ohne weitere Qualifikation begrenzt. Automatisierte Lager und fahrerlose Transportsysteme verändern einen Teil der Arbeitsplätze, vor allem in großen Distributionszentren; im Wareneingang, in kleineren Betrieben und auf Außenflächen bleibt der Mensch am Steuer vorerst gefragt. Wer Zusatzscheine erwirbt, eine Ausbildung in der Lagerlogistik nachholt oder sich zum Vorarbeiter, Schichtleiter oder Staplerausbilder weiterbildet, verbessert Verdienst und Arbeitsplatzsicherheit deutlich. Auch der Wechsel zum Berufskraftfahrer ist ein verbreiteter Weg.
Aufgaben
- Lkw an der Rampe be- und entladen
- Paletten einlagern, auslagern und in Hochregale stellen
- Wareneingang prüfen und per Handscanner buchen
- Aufträge kommissionieren und versandfertig machen
- Produktionslinien mit Material versorgen
- Stapler vor Schichtbeginn prüfen und Mängel melden
- Batterien laden oder wechseln und Gasflaschen tauschen
Voraussetzungen
- Mindestalter 18 Jahre
- Fahrausweis für Flurförderzeuge nach DGUV Grundsatz 308-001
- Schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber und jährliche Unterweisung
- Gutes Seh- und räumliches Vorstellungsvermögen, oft mit arbeitsmedizinischer Untersuchung
- Konzentration, Reaktionsvermögen und Sicherheitsbewusstsein
- Bereitschaft zu Schichtarbeit
- Grundkenntnisse im Umgang mit Scannern und Lagerverwaltungssoftware
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist ein ein- bis dreitägiger Lehrgang zum Flurförderzeugführer mit Prüfung, danach erteilt der Arbeitgeber die schriftliche Fahrbeauftragung. Eine Berufsausbildung ist nicht vorgeschrieben, wer aber Fachlagerist (zwei Jahre) oder Fachkraft für Lagerlogistik (drei Jahre) wird, verdient in der Regel mehr und hat bessere Aufstiegschancen.
Wo man arbeitet
- Logistikzentren und Speditionen
- Lager von Groß- und Einzelhandel
- Industrie- und Produktionsbetriebe
- Baustoffhandel und Holzindustrie
- Lebensmittel- und Tiefkühllager
- Zeitarbeitsfirmen
Was du als Gabelstaplerfahrer verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.500 € 2.250 – 2.800 €
- Mit Berufserfahrung
- 2.800 € 2.500 – 3.200 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.200 € 2.800 – 3.700 €
Das Gehalt hängt stark von der Branche und der Tarifbindung ab: In der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegt es deutlich höher als in Lagern ohne Tarif, wo oft knapp über Mindestlohn gezahlt wird; im Handel gelten die Tarifverträge des Groß- und Außenhandels bzw. Einzelhandels, in Speditionen regionale Tarifverträge für Spedition und Logistik, in der Zeitarbeit die Branchentarife von GVP und DGB. Schicht-, Nacht- und Tiefkühlzulagen können das Einkommen spürbar erhöhen.
Gehalt als Gabelstaplerfahrer nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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