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Handwerk & Produktion

Kfz-Mechatroniker / Kfz-Monteur Fahrzeugglas

Kfz-Mechatroniker und Monteure für Fahrzeugglas reparieren Steinschläge, tauschen Front-, Seiten- und Heckscheiben aus und kalibrieren danach die Kameras der Fahrerassistenzsysteme. Gearbeitet wird in spezialisierten Autoglas-Werkstätten, in Autohäusern oder im mobilen Einsatz beim Kunden.

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Mechatroniker / Kfz-Monteur Fahrzeugglas?

Die Arbeit dreht sich um die Verglasung von Pkw, Transportern und teils Lkw. Ein großer Teil sind Steinschlagreparaturen: Die beschädigte Stelle wird gereinigt, mit einem Injektionsgerät Harz eingebracht und unter UV-Licht ausgehärtet. Ist die Scheibe nicht mehr zu retten, wird sie getauscht. Dafür werden Verkleidungen, Wischerarme und Zierleisten abgebaut, der alte Kleber mit Draht oder Schneidwerkzeug durchtrennt, die Scheibe herausgehoben, der Rahmen vorbereitet, Primer und Polyurethankleber aufgetragen und die neue Scheibe passgenau eingesetzt. Bei Seitenscheiben kommen Fensterheber und Türverkleidungen dazu, nach Glasbruch muss der Innenraum von Splittern befreit werden. Bei modernen Fahrzeugen sitzt hinter der Frontscheibe die Kamera für Spurhalte- und Notbremsassistenten; nach dem Tausch wird sie mit Diagnosegerät und Kalibriertafeln neu eingestellt. Hinzu kommen die Abstimmung mit Versicherungen, Schadensfotos, Auftragsdokumentation und das Gespräch mit der Kundschaft.

Wie wird man Kfz-Mechatroniker / Kfz-Monteur Fahrzeugglas?

Einen eigenen Ausbildungsberuf für Autoglas gibt es nicht. Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, häufig mit Schwerpunkt Karosserietechnik oder Pkw-Technik. Auch eine Ausbildung als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker oder Fahrzeuglackierer passt gut. Große Autoglas-Ketten bilden selbst aus und nehmen außerdem Quereinsteiger mit handwerklichem Hintergrund, die in mehrwöchigen internen Schulungen eingearbeitet werden. Für die Kalibrierung von Assistenzsystemen gibt es Herstellerschulungen, die meist im Betrieb nachgeholt werden. Ein Führerschein der Klasse B ist fast immer Voraussetzung, weil viele Aufträge mobil erledigt werden.

Was der Beruf verlangt

Frontscheiben wiegen je nach Fahrzeug 10 bis über 20 Kilogramm und sind sperrig. Gehoben wird oft zu zweit oder mit Saughebern, trotzdem belastet die Arbeit Rücken und Schultern, ebenso das Arbeiten in gebückter Haltung oder über Kopf. Glaskanten und Schneidwerkzeuge bergen Verletzungsgefahr, Kleber und Primer erfordern Handschuhe und gute Lüftung. Im mobilen Einsatz wird bei Kälte, Hitze oder Wind auf Parkplätzen und Firmenhöfen gearbeitet, wobei Kleber nur in bestimmten Temperaturbereichen verarbeitet werden darf. Viele Betriebe öffnen samstags, im Frühjahr nach dem Winter und im Sommer bei Hagel steigt die Auftragslage stark, dann wird es hektisch. Zeitdruck entsteht durch feste Termintakte. Sorgfalt ist entscheidend: Eine falsch verklebte Scheibe ist ein Sicherheitsrisiko, eine schlecht kalibrierte Kamera ebenso.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Steinschläge und Glasbruch unabhängig von der Konjunktur auftreten und die Teilkaskoversicherung die Kosten meist trägt. Durch immer mehr Assistenzsysteme, beheizte Scheiben und Head-up-Displays wird die Arbeit technischer, wer Kalibrierung und Diagnose beherrscht, ist gefragt. Fachkräfte sind knapp, Quereinstieg gelingt daher vergleichsweise leicht. Entwicklungswege führen zur Werkstatt- oder Filialleitung, zum Trainer für Nachwuchskräfte oder über die Meisterprüfung im Kfz-Techniker-Handwerk in die Selbstständigkeit.

Aufgaben

  • Steinschläge mit Harz und UV-Lampe reparieren
  • Front-, Seiten- und Heckscheiben aus- und einbauen
  • Altkleber entfernen und Scheibenrahmen vorbereiten
  • Kameras von Fahrerassistenzsystemen kalibrieren
  • Glassplitter aus dem Innenraum entfernen
  • Schäden fotografieren und für Versicherungen dokumentieren
  • Mobile Einsätze beim Kunden durchführen
  • Kundschaft zu Reparatur oder Austausch beraten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Kfz-Mechatroniker oder in einem verwandten Fahrzeugberuf, alternativ handwerkliche Erfahrung für den Quereinstieg
  • Führerschein Klasse B
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Knien und Arbeiten über Kopf
  • Genaues und sauberes Arbeiten
  • Grundverständnis für Fahrzeugelektronik und Diagnosegeräte
  • Freundliches Auftreten im Kundenkontakt

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Die Spezialisierung auf Fahrzeugglas erfolgt danach durch Einarbeitung und Herstellerschulungen im Betrieb. Quereinsteiger werden von Autoglas-Ketten häufig in mehrwöchigen internen Schulungen qualifiziert.

Wo man arbeitet

  • Spezialisierte Autoglas-Werkstätten und Filialketten
  • Autohäuser und Vertragswerkstätten
  • Freie Kfz-Werkstätten
  • Karosserie- und Lackierbetriebe
  • Mobiler Service beim Kunden

Was du als Kfz-Mechatroniker / Kfz-Monteur Fahrzeugglas verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.700 € 2.400 – 3.000 €
Mit Berufserfahrung
3.000 € 2.700 – 3.400 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.500 € 3.100 – 4.100 €

In Werkstätten mit Tarifbindung gilt der jeweils regionale Tarifvertrag für das Kfz-Handwerk, der zwischen den Bundesländern spürbar abweicht; große Autoglas-Ketten zahlen meist nach eigenen Haustarifen oder Entgeltsystemen, teils mit Prämien je Auftrag. Zusätzliches Geld bringen vor allem Kalibrierkenntnisse, mobile Einsätze und die Übernahme einer Filial- oder Werkstattleitung.

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