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Logistik & Verkehr

Kommissionierer im Logistikzentrum

Kommissionierer stellen in Lagern und Logistikzentren Waren nach Aufträgen zusammen, prüfen sie und bereiten sie für den Versand vor. Die Arbeit ist körperlich, läuft oft im Schichtdienst und ist häufig über Zeitarbeit organisiert.

Das Berufsbild

Was macht ein Kommissionierer im Logistikzentrum?

Kommissionierer holen Waren aus Regalen, Hochregalen oder Paletten und stellen sie so zusammen, wie ein Kunde, eine Filiale oder ein Onlineshop sie bestellt hat. Der Auftrag kommt meist digital: über einen Handscanner, ein mobiles Datenerfassungsgerät, eine Anzeige am Regal (Pick-by-Light) oder über Kopfhörer, die Lagerplatz und Menge ansagen (Pick-by-Voice). Gezählt, gescannt und bestätigt wird jede Entnahme. Dazu kommen das Packen in Kartons oder auf Paletten, das Wickeln mit Stretchfolie, das Etikettieren und das Bereitstellen an der Verladerampe. Viele fahren dabei Elektro-Hubwagen oder Kommissionierstapler. Je nach Lager geht es um Lebensmittel, Getränkekisten, Drogerieartikel, Ersatzteile, Kleidung oder Möbel. In vielen Betrieben wird die Leistung gemessen, etwa in Picks pro Stunde, und teils über Prämien vergütet.

Wie wird man Kommissionierer im Logistikzentrum?

Für die Tätigkeit gibt es keine vorgeschriebene Ausbildung. Die meisten Kommissionierer sind angelernt, die Einarbeitung dauert wenige Tage bis einige Wochen. Viele steigen über Zeitarbeitsfirmen ein und werden später vom Logistikbetrieb übernommen, was aber nicht garantiert ist. Deutschkenntnisse auf einfachem Niveau reichen oft aus, weil Geräte Anweisungen in mehreren Sprachen geben können. Ein Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001 verbessert die Chancen deutlich und wird teils vom Arbeitgeber bezahlt. Wer einen Berufsabschluss möchte, kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik ablegen oder sie mit Berufserfahrung als Externenprüfung nachholen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Kommissionierer gehen oder fahren pro Schicht viele Kilometer, heben Lasten, bücken und strecken sich ständig. Rücken- und Gelenkbeschwerden sind verbreitet. In Tiefkühllagern wird bei Minusgraden gearbeitet, in Hallen im Sommer bei großer Hitze. Üblich sind Früh-, Spät- und Nachtschichten, im Handel und Onlinehandel auch Samstagsarbeit und Spitzen vor Feiertagen. Die Tätigkeit ist stark wiederholend, das Tempo wird oft durch Vorgaben und Leistungskontrollen bestimmt, was viele als Druck erleben. Gleichzeitig ist Sorgfalt gefragt, weil Fehlpicks Reklamationen nach sich ziehen. Die Bezahlung liegt in vielen Betrieben nur wenig über dem Mindestlohn, besonders in der Zeitarbeit.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und konstant, vor allem rund um große Verkehrsknoten und im Umfeld des Onlinehandels. Einen Job zu finden ist meist nicht schwer, eine unbefristete Festanstellung schon eher. Automatisierung mit Shuttlelagern, Robotern und Ware-zur-Person-Systemen verändert die Arbeit: Weniger Laufen, dafür mehr Arbeit an festen Stationen und an Maschinen. Einfache Tätigkeiten können dadurch langfristig wegfallen. Aufstiegswege führen über Staplerfahren, Wareneingang und Inventur zur Vorarbeiterin oder zum Schichtleiter. Mit Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und späterer Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme sind auch Leitungsaufgaben möglich.

Aufgaben

  • Aufträge über Scanner, Pick-by-Voice oder Pick-by-Light abarbeiten
  • Waren aus Regalen und von Paletten entnehmen und abzählen
  • Entnahmen scannen und im Lagerverwaltungssystem bestätigen
  • Sendungen packen, Paletten bilden und mit Folie sichern
  • Versandetiketten und Lieferscheine anbringen
  • Ware mit Elektro-Hubwagen oder Kommissionierstapler bewegen
  • Fehlmengen und beschädigte Ware melden
  • Bei Inventuren und beim Auffüllen von Lagerplätzen helfen

Voraussetzungen

  • Kein Abschluss vorgeschrieben, Hauptschulabschluss verbreitet
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben, Laufen und Stehen über die ganze Schicht
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit einschließlich Nacht- und Samstagsdiensten
  • Sorgfalt beim Zählen und Scannen
  • Einfache Deutschkenntnisse und sicherer Umgang mit Handscannern
  • Staplerschein von Vorteil, oft Voraussetzung für besser bezahlte Stellen

Der Weg in den Beruf

Der übliche Einstieg erfolgt ohne Ausbildung über eine Anlernphase von wenigen Tagen bis Wochen, häufig über eine Zeitarbeitsfirma. Wer sich weiterentwickeln will, macht den Staplerschein und kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik mit IHK-Abschluss anschließen.

Wo man arbeitet

  • Distributionszentren des Lebensmittel- und Einzelhandels
  • Versandlager von Onlinehändlern
  • Kontraktlogistiker und Speditionen
  • Großhandelsbetriebe
  • Ersatzteillager in Industrie und Automobilbranche
  • Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz in Logistikbetrieben

Was du als Kommissionierer im Logistikzentrum verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.400 € 2.200 – 2.700 €
Mit Berufserfahrung
2.650 € 2.350 – 3.000 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.100 € 2.700 – 3.600 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Betrieb tarifgebunden ist, etwa an den Tarifvertrag für den Groß- und Außenhandel, den Einzelhandel oder die Speditions- und Logistikbranche, oder ob über Zeitarbeit nach dem Tarifwerk von GVP und DGB nahe am Mindestlohn bezahlt wird. Schicht- und Nachtzuschläge, Leistungsprämien und Staplertätigkeit heben das tatsächliche Einkommen spürbar, Tiefkühllager zahlen oft Kältezulagen.

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