Lagermitarbeiter
Lagermitarbeiter nehmen Waren an, lagern sie ein, stellen Bestellungen zusammen und bereiten sie für den Versand vor. Die Arbeit ist körperlich, läuft oft im Schichtdienst und steht am Anfang vieler Wege in die Logistik.
Das Berufsbild
Was macht ein Lagermitarbeiter?
Der Arbeitstag beginnt meist an der Rampe oder im Lagergang. Lkw werden entladen, Paletten mit dem Hubwagen oder Gabelstapler bewegt, Lieferungen mit dem Lieferschein abgeglichen und auf Schäden geprüft. Danach wird die Ware eingelagert, also auf einen festen oder vom Lagerverwaltungssystem vorgegebenen Platz im Regal gebracht und eingescannt. Ein großer Teil der Zeit entfällt auf das Kommissionieren: Mit Handscanner oder Pick-by-Voice werden Artikel für einzelne Aufträge aus den Regalen geholt, gezählt und auf Paletten oder in Behälter gelegt. Anschließend wird verpackt, gewogen, etikettiert, mit Folie gesichert und für die Verladung bereitgestellt. Dazu kommen Inventuren, das Aufräumen der Lagerplätze, Retouren prüfen und kleinere Buchungen am Rechner. In großen Versandzentren ist die Arbeit stark getaktet und auf wenige Handgriffe zugeschnitten, in kleinen Betrieben macht eine Person oft alles vom Wareneingang bis zum Versand.
Wie wird man Lagermitarbeiter?
Für viele Stellen ist keine Ausbildung nötig. Eingearbeitet wird im Betrieb, oft in wenigen Tagen. Ein großer Teil der Beschäftigten kommt über Zeitarbeitsfirmen in den Beruf, besonders im Weihnachtsgeschäft. Wer den Beruf fachlich lernen will, macht die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft Fachlagerist oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik. Für Quereinsteiger ist der Staplerschein ein wichtiger Schritt, er wird in wenigen Tagen erworben und häufig vom Arbeitgeber bezahlt. Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist auch eine Externenprüfung vor der IHK möglich, ohne die Ausbildung regulär zu durchlaufen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Lagermitarbeiter stehen und gehen den ganzen Tag, heben Kartons, bücken sich und strecken sich nach oben. Viele Lager sind im Winter kalt und im Sommer heiß, Tiefkühllager arbeiten bei Minusgraden. Üblich sind Früh- und Spätschicht, in größeren Betrieben auch Nacht- und Wochenendarbeit. In Versandzentren werden Pickleistungen elektronisch erfasst, der Zeitdruck ist hoch und die Arbeit eintönig. Rücken- und Gelenkbeschwerden sind nach Jahren keine Seltenheit. Sorgfalt ist trotz Tempo gefragt, denn falsch gebuchte oder vertauschte Ware fällt später beim Kunden auf. Die Bezahlung liegt ohne Ausbildung oft nahe am Mindestlohn, befristete Verträge und Zeitarbeit sind verbreitet.
Aussichten
Arbeit gibt es fast überall, weil Onlinehandel, Großhandel, Industrie und Speditionen ständig Personal für ihre Lager suchen. Viele Betriebe klagen über Personalmangel, was den Einstieg leicht macht. Zugleich automatisieren große Lager zunehmend: Fahrerlose Transportsysteme, Shuttle-Regale und Kommissionierroboter übernehmen einfache Wege, während Bedarf an Personal entsteht, das Anlagen überwacht und Störungen behebt. Wer sich weiterentwickeln will, kann über die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, eine Position als Vorarbeiter oder Schichtleiter und die Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme aufsteigen. Staplerschein, Kenntnisse in Lagerverwaltungssoftware und Erfahrung mit Gefahrgut verbessern die Chancen deutlich.
Aufgaben
- Lkw entladen und gelieferte Ware mit dem Lieferschein abgleichen
- Paletten mit Hubwagen oder Gabelstapler transportieren
- Ware einlagern und im Lagerverwaltungssystem buchen
- Aufträge mit Handscanner oder Pick-by-Voice kommissionieren
- Sendungen verpacken, etikettieren und zur Verladung bereitstellen
- Retouren prüfen und wieder einsortieren
- Bei Inventuren Bestände zählen und Abweichungen melden
Voraussetzungen
- Kein bestimmter Schulabschluss nötig, für die Ausbildung meist Hauptschulabschluss
- Körperliche Belastbarkeit für Heben, Tragen und langes Stehen
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, teils nachts und am Wochenende
- Staplerschein, oft gefordert oder im Betrieb erworben
- Sorgfalt und Grundkenntnisse im Rechnen und Lesen
- Ausreichende Deutschkenntnisse für Lieferscheine und Sicherheitsunterweisungen
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg ist meist ohne Ausbildung über eine betriebliche Einarbeitung von wenigen Tagen möglich, häufig zusammen mit einem Staplerschein. Wer einen anerkannten Abschluss möchte, macht die zweijährige duale Ausbildung zum Fachlageristen oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik, beide mit IHK-Prüfung.
Wo man arbeitet
- Versandzentren des Onlinehandels
- Großhandelslager
- Speditionen und Logistikdienstleister
- Lager von Industriebetrieben
- Zentrallager des Einzelhandels
- Zeitarbeitsfirmen
Was du als Lagermitarbeiter verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.500 € 2.300 – 2.800 €
- Mit Berufserfahrung
- 2.750 € 2.450 – 3.100 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.200 € 2.800 – 3.700 €
Entscheidend ist, ob der Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist, etwa an den Tarifvertrag für den Groß- und Außenhandel oder an die regionalen Tarifverträge des Speditions- und Logistikgewerbes; ohne Tarif und in der Zeitarbeit liegt der Lohn oft nahe am Mindestlohn. Nacht-, Wochenend- und Kühlhauszuschläge sowie eine abgeschlossene Ausbildung oder der Staplerschein heben das Einkommen spürbar.
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