Lkw Fahrer
Lkw-Fahrer transportieren Waren mit Lastkraftwagen im Nah-, Regional- oder Fernverkehr, laden und sichern die Ladung und sind für das Fahrzeug unterwegs verantwortlich. Der Beruf setzt den Führerschein der Klasse C oder CE und die Berufskraftfahrerqualifikation voraus.
Das Berufsbild
Was macht ein Lkw-Fahrer?
Lkw-Fahrer bringen Güter von einem Ort zum anderen: Paletten vom Zentrallager in die Supermarktfiliale, Baustoffe auf die Baustelle, Container vom Hafen ins Industriegebiet, Kühlware quer durch Europa. Vor der Abfahrt prüfen sie Bremsen, Reifen, Beleuchtung und Flüssigkeitsstände. Beim Beladen achten sie auf die Gewichtsverteilung und sichern die Ladung mit Gurten, Sperrbalken oder Antirutschmatten. Unterwegs halten sie die Lenk- und Ruhezeiten ein, die der digitale Tachograf aufzeichnet, und stimmen sich mit der Disposition über Termine, Staus und Änderungen ab. Beim Kunden übergeben sie die Ware, lassen Lieferscheine quittieren und laden oft selbst mit Hubwagen oder Ladebordwand ab. Im Nahverkehr sind viele Stopps am Tag üblich, im Fernverkehr lange Strecken mit wenigen Abladestellen.
Wie wird man Lkw-Fahrer?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer, in der Führerschein und Qualifikation enthalten sind. Häufiger ist der Quereinstieg: Wer den Führerschein der Klasse C oder CE erwirbt und die beschleunigte Grundqualifikation mit Prüfung bei der IHK ablegt, darf gewerblich fahren. Die Kosten übernehmen oft die Agentur für Arbeit oder der Arbeitgeber. Für den Führerschein sind eine ärztliche Untersuchung und ein Sehtest nötig, die regelmäßig wiederholt werden. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht. Für Gefahrguttransporte kommt der ADR-Schein hinzu.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf bedeutet viele Stunden allein im Fahrerhaus, Konzentration bei Nacht, Regen und dichtem Verkehr und ständigen Zeitdruck durch enge Lieferfenster. Im Fernverkehr sind Fahrer oft die ganze Woche unterwegs, schlafen in der Kabine und finden abends nur schwer einen freien Parkplatz an der Autobahn. Das belastet Familie und Freundschaften. Arbeitstage beginnen häufig sehr früh, Wochenend- und Nachtfahrten sind keine Ausnahme. Langes Sitzen, unregelmäßiges Essen und schweres Be- und Entladen schlagen auf Rücken und Gesundheit. Hinzu kommen Wartezeiten an Rampen, die nicht immer bezahlt werden, und die Verantwortung für Fahrzeug und Ladung, die einen hohen Wert haben können. Bei Verstößen gegen Lenkzeiten oder Ladungssicherung drohen Bußgelder, die auch den Fahrer selbst treffen.
Aussichten
Der Mangel an Lkw-Fahrern ist in Deutschland seit Jahren groß, und er wächst, weil viele Fahrer in den nächsten Jahren in Rente gehen und zu wenige nachkommen. Arbeit gibt es deshalb fast überall, auch für Quereinsteiger und ältere Bewerber. Autonom fahrende Lkw werden den Beruf auf absehbare Zeit nicht ersetzen. Wer sich weiterentwickeln will, kann sich auf Gefahrgut, Schwertransporte, Tank- oder Kühlfahrzeuge spezialisieren, in die Disposition wechseln oder über die Fortbildung zum Meister für Kraftverkehr eine Fuhrparkleitung übernehmen. Auch der Wechsel in den Nahverkehr mit festen Arbeitszeiten oder zu Werkverkehren großer Industriebetriebe ist ein üblicher Schritt.
Aufgaben
- Fahrzeug vor Fahrtantritt auf Verkehrssicherheit prüfen
- Ladung verladen, verteilen und vorschriftsmäßig sichern
- Waren im Nah-, Regional- oder Fernverkehr transportieren
- Lenk- und Ruhezeiten einhalten und per Fahrerkarte dokumentieren
- Touren und Änderungen mit der Disposition abstimmen
- Ware beim Kunden übergeben und Lieferpapiere quittieren lassen
- Kleinere Störungen beheben und Schäden melden
Voraussetzungen
- Führerschein der Klasse C oder CE
- Berufskraftfahrerqualifikation (Schlüsselzahl 95) und Fahrerkarte
- Ärztliche Untersuchung und ausreichendes Sehvermögen
- Belastbarkeit für lange Fahrzeiten und unregelmäßige Arbeitstage
- Orientierungssinn und Grundkenntnisse in Ladungssicherung
- Deutschkenntnisse für Papiere und Kundenkontakt, im Fernverkehr hilfreich Englisch
Der Weg in den Beruf
Üblich ist entweder die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer mit IHK-Abschluss oder der Quereinstieg über den Führerschein C/CE und die beschleunigte Grundqualifikation mit 140 Unterrichtsstunden und IHK-Prüfung, was zusammen meist zwei bis vier Monate dauert. Danach ist alle fünf Jahre eine Weiterbildung von 35 Stunden vorgeschrieben.
Wo man arbeitet
- Speditionen und Transportunternehmen
- Logistikdienstleister und Paketdienste
- Handelsunternehmen mit eigenem Fuhrpark
- Bauunternehmen und Baustofflieferanten
- Entsorgungsbetriebe
- Industriebetriebe mit Werkverkehr
Was du als Lkw Fahrer verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.700 € 2.400 – 3.000 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.000 € 2.700 – 3.400 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.400 € 3.000 – 3.900 €
Das Gehalt hängt stark von Region, Einsatzart und Tarifbindung ab: Es gibt regionale Tarifverträge für das Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe (verhandelt von ver.di), viele Betriebe sind aber nicht tarifgebunden. Gefahrgut-, Tank- und Schwertransporte zahlen mehr, im Fernverkehr kommen steuerfreie Spesen hinzu, die in den Werten nicht enthalten sind.
Gehalt als Lkw Fahrer nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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