Lokführer
Lokführer fahren Personen- und Güterzüge im Nah-, Fern- und Güterverkehr, prüfen ihre Fahrzeuge vor der Abfahrt und sind für die sichere Fahrt nach Fahrplan und Signalen verantwortlich.
Das Berufsbild
Was macht ein Lokführer?
Lokführer, offiziell Triebfahrzeugführer, steuern Lokomotiven und Triebwagen im Personen- oder Güterverkehr. Vor Dienstbeginn lesen sie Fahrplanunterlagen, Langsamfahrstellen und Baustellenhinweise. Am Fahrzeug prüfen sie Bremsen, Beleuchtung, Türen und Zugsicherung, bei Güterzügen kommt die Bremsprobe am gesamten Zugverband hinzu. Während der Fahrt beobachten sie Strecke und Signale, halten Geschwindigkeitsvorgaben ein, reagieren auf Weisungen des Fahrdienstleiters und bedienen die Sicherungssysteme PZB, LZB oder ETCS. Im Nahverkehr gehören Halte an vielen Stationen, Fahrgastdurchsagen und die Abfertigung dazu. Bei Störungen am Fahrzeug suchen sie den Fehler, beheben ihn wenn möglich selbst und dokumentieren Schäden. Im Güterverkehr rangieren sie häufig auch, kuppeln Wagen und stellen Züge zusammen.
Wie wird man Lokführer?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport. Sie findet bei Eisenbahnverkehrsunternehmen statt und schließt mit einer Prüfung vor der IHK ab. Sehr verbreitet ist der Quereinstieg: Viele Unternehmen bilden Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung, meist aus technischen Berufen, in einer Funktionsausbildung von etwa neun bis zwölf Monaten aus, oft bezahlt und teilweise über die Arbeitsagentur gefördert. Am Ende stehen in jedem Fall der europäische Triebfahrzeugführerschein und eine Zusatzbescheinigung für bestimmte Fahrzeugbaureihen und Strecken. Voraussetzung sind eine bestandene arbeitsmedizinische und eine verkehrspsychologische Untersuchung, die regelmäßig wiederholt werden. Den Führerschein gibt es ab 20 Jahren.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf läuft im Schichtdienst rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen. Frühschichten beginnen oft vor vier Uhr, Nachtfahrten sind besonders im Güterverkehr die Regel. Dienstpläne wechseln häufig, Übernachtungen außerhalb des Wohnorts kommen vor, und Verspätungen verlängern den Arbeitstag. Das erschwert ein geregeltes Familienleben. Auf dem Führerstand ist man meist allein und muss über Stunden konzentriert bleiben, obwohl die Fahrt oft gleichförmig ist. Fehler bei Signalen oder Geschwindigkeit können schwere Folgen haben, dazu kommen Prüfungen und Fortbildungen in festen Abständen. Eine besondere Belastung sind Unfälle mit Personen auf den Gleisen, die viele Lokführer im Laufe ihres Berufslebens erleben. Arbeitgeber bieten dafür psychologische Betreuung an. Im Nahverkehr kommen gereizte Fahrgäste bei Ausfällen hinzu, im Güterverkehr Arbeit bei Kälte, Regen und Dunkelheit beim Rangieren.
Aussichten
Lokführer werden in ganz Deutschland dringend gesucht. Viele Beschäftigte gehen in den nächsten Jahren in Rente, gleichzeitig sollen Nah- und Güterverkehr auf der Schiene wachsen. Ausfälle von Zügen wegen Personalmangel sind bereits verbreitet. Neben der Deutschen Bahn stellen zahlreiche private Unternehmen ein, der Arbeitsplatz ist entsprechend sicher. Wer sich weiterentwickeln will, kann Lehrlokführer oder Ausbilder werden, in die Disposition oder Betriebsleitung wechseln, als Triebfahrzeugführer-Prüfer arbeiten oder sich über Fortbildungen etwa zum Fachwirt im Personenverkehr für Führungsaufgaben qualifizieren. Automatisiertes Fahren wird erprobt, wird den Beruf auf absehbare Zeit aber nicht ersetzen.
Aufgaben
- Fahrzeuge vor Fahrtantritt prüfen und Bremsproben durchführen
- Züge nach Fahrplan, Signalen und Geschwindigkeitsvorgaben fahren
- Zugsicherungssysteme wie PZB, LZB und ETCS bedienen
- Mit Fahrdienstleitern und Disponenten per Funk kommunizieren
- Störungen am Fahrzeug erkennen und kleinere Fehler beheben
- Fahrgastdurchsagen machen und Züge abfertigen
- Güterwagen kuppeln, rangieren und Züge zusammenstellen
- Fahrtberichte und Schadensmeldungen dokumentieren
Voraussetzungen
- Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst oder abgeschlossene Berufsausbildung für den Quereinstieg
- Triebfahrzeugführerschein, Mindestalter 20 Jahre
- Bestandene arbeitsmedizinische und verkehrspsychologische Untersuchung
- Gutes Seh- und Hörvermögen, einwandfreies Farbsehen
- Hohe Konzentrationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst
- Technisches Verständnis und gute Deutschkenntnisse
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport, mit IHK-Abschluss. Alternativ führt eine neun- bis zwölfmonatige Funktionsausbildung für Quereinsteiger mit abgeschlossener Berufsausbildung zum Triebfahrzeugführerschein.
Wo man arbeitet
- Eisenbahnverkehrsunternehmen im Personenfernverkehr
- Nahverkehrsunternehmen im Regional- und S-Bahn-Verkehr
- Güterverkehrsunternehmen
- Werks- und Hafenbahnen
- Bau- und Infrastrukturunternehmen der Bahn
Was du als Lokführer verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.300 € 3.000 – 3.600 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.700 € 3.400 – 4.000 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.200 € 3.800 – 4.700 €
Die meisten Lokführer werden nach Tarif bezahlt, bei der Deutschen Bahn nach dem Lokführertarifvertrag der GDL oder dem Tarifvertrag der EVG, bei vielen privaten Bahnen nach dem Branchentarifvertrag SPNV oder Haustarifen. Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienst erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar, im privaten Güterverkehr liegen die Grundgehälter teils niedriger.
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