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Management Trainee

Management Trainees sind Hochschulabsolventen, die in einem befristeten Programm von meist 12 bis 24 Monaten mehrere Abteilungen eines Unternehmens durchlaufen und gezielt auf eine Fach- oder Führungsposition vorbereitet werden.

Das Berufsbild

Was macht ein Management Trainee?

Ein Management Trainee arbeitet nacheinander in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens, etwa im Vertrieb, im Controlling, im Einkauf, in der Logistik oder im Marketing. Jede Station dauert meist drei bis sechs Monate. In dieser Zeit übernimmt der Trainee echte Aufgaben: Verkaufszahlen auswerten, Präsentationen für die Geschäftsleitung vorbereiten, Lieferanten vergleichen, Prozesse dokumentieren oder ein eigenes Projekt leiten, zum Beispiel die Einführung einer Software in einer Filiale. Oft gehört eine Station im Ausland oder in einem Werk dazu. Im Handel arbeiten Trainees anfangs auch auf der Fläche mit, räumen Ware ein und stehen an der Kasse, bevor sie eine Filiale oder einen Bezirk übernehmen. Begleitet wird das Programm von Seminaren, einem Mentor und regelmäßigen Beurteilungsgesprächen.

Wie wird man Management Trainee?

Voraussetzung ist fast immer ein abgeschlossenes Studium, häufig Bachelor oder Master in Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik oder einem technischen Fach. Je nach Branche werden auch Juristen oder Naturwissenschaftler eingestellt. Erwartet werden gute Noten, Praktika, Auslandserfahrung und sehr gutes Englisch. Der Berufseinstieg sollte nicht lange zurückliegen, denn Traineeprogramme richten sich in der Regel an Absolventen mit höchstens zwei Jahren Berufserfahrung. Das Auswahlverfahren ist aufwendig und umfasst oft Online-Tests, Interviews und ein Assessment Center. Ein Quereinstieg ohne Studium ist nur in Ausnahmefällen möglich, etwa bei manchen Handelsketten nach einer kaufmännischen Ausbildung mit Berufserfahrung.

Was der Beruf verlangt

Trainees stehen unter Beobachtung. Nach jeder Station wird bewertet, und am Ende entscheidet das Unternehmen, ob und auf welcher Position es übernimmt. Eine Übernahmegarantie gibt es nicht überall. Die Arbeitszeiten liegen häufig über der vertraglichen Wochenarbeitszeit, Überstunden sind mit dem Gehalt oft abgegolten. Wechselnde Einsatzorte bedeuten Umzüge, Pendeln oder Wochen im Hotel, was mit Partnerschaft oder Familie schwer vereinbar sein kann. Wer in eine neue Abteilung kommt, muss sich schnell einarbeiten, sich Respekt bei erfahrenen Kollegen verschaffen und mit dem Gefühl leben, nirgends richtig angekommen zu sein. Im Handel kommen frühe Schichten, Samstagsarbeit und körperliche Arbeit in der Filiale hinzu. Nicht jedes Programm hält, was die Stellenanzeige verspricht: Manche Trainees werden als günstige Projektkräfte eingesetzt, statt systematisch ausgebildet zu werden.

Aussichten

Traineeprogramme gibt es vor allem in Konzernen und großen Mittelständlern, besonders in Handel, Industrie, Banken, Versicherungen, Energie und Beratung. Die Plätze sind begehrt, die Bewerberzahl pro Stelle ist hoch. Nach dem Programm folgt meist eine Position als Fachreferent, Projektleiter, Filial- oder Teamleiter. Wer sich bewährt, kann innerhalb weniger Jahre Bereichs- oder Abteilungsleitung übernehmen. Das im Programm geknüpfte Netzwerk im Unternehmen ist dabei oft wichtiger als die einzelnen Stationen. Wer nach dem Programm wechselt, hat durch den breiten Einblick in viele Abteilungen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein Direkteinstieg auf einer festen Stelle ist allerdings eine gleichwertige Alternative und wird inzwischen von vielen Unternehmen ebenso angeboten.

Aufgaben

  • Stationen in Abteilungen wie Vertrieb, Controlling, Einkauf oder Logistik durchlaufen
  • Kennzahlen auswerten und Berichte für Vorgesetzte erstellen
  • Eigene Projekte planen, leiten und präsentieren
  • Präsentationen und Entscheidungsvorlagen für die Geschäftsleitung vorbereiten
  • An Seminaren und Führungstrainings teilnehmen
  • Im Handel in der Filiale mitarbeiten und später Personal einteilen
  • Mit Kollegen an anderen Standorten oder im Ausland zusammenarbeiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium, meist Wirtschaft, Technik oder Informatik
  • Praktika und erste Berufserfahrung während des Studiums
  • Sehr gute Englischkenntnisse, oft eine weitere Fremdsprache
  • Bereitschaft zu Umzügen, Reisen und Auslandseinsätzen
  • Belastbarkeit und Bereitschaft zu langen Arbeitstagen
  • Sicheres Auftreten und Freude an Verantwortung für Mitarbeitende

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium, an das sich ein Traineeprogramm von 12 bis 24 Monaten anschließt. Das Programm endet nicht mit einem formalen Abschluss, sondern idealerweise mit der Übernahme auf eine feste Fach- oder Führungsposition im Unternehmen.

Wo man arbeitet

  • Industriekonzerne
  • Handelsunternehmen und Filialketten
  • Banken und Versicherungen
  • Energieversorger
  • Unternehmensberatungen
  • Große mittelständische Unternehmen

Was du als Management Trainee verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
4.000 € 3.300 – 5.000 €
Mit Berufserfahrung
5.500 € 4.500 – 7.000 €
Mit langjähriger Erfahrung
8.000 € 6.500 – 11.000 €

Das Gehalt hängt vor allem von Branche und Unternehmensgröße ab: Konzerne in Industrie, Energie und im Lebensmittelhandel zahlen deutlich mehr als kleinere Firmen oder Agenturen. Traineestellen werden meist außertariflich vergütet, bei Banken und Versicherungen orientiert sich das Gehalt teilweise am Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder am Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe.

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