Personaldienstleistungskaufmann
Personaldienstleistungskaufleute gewinnen Personal für Unternehmen, stellen Mitarbeitende für Zeitarbeitseinsätze ein, planen deren Einsätze und betreuen Kundenfirmen. Sie arbeiten meist bei Zeitarbeits- und Personalvermittlungsfirmen, seltener in Personalabteilungen.
Das Berufsbild
Was macht ein Personaldienstleistungskaufmann?
Personaldienstleistungskaufleute arbeiten zwischen zwei Seiten: Unternehmen, die kurzfristig oder dauerhaft Personal brauchen, und Menschen, die Arbeit suchen. Der größte Teil arbeitet in der Zeitarbeit, also der Arbeitnehmerüberlassung. Dort nehmen sie Anfragen von Kundenfirmen auf, schreiben Stellenanzeigen, sichten Bewerbungen, führen Vorstellungsgespräche und schließen Arbeitsverträge ab. Anschließend planen sie, wer wann bei welchem Kunden eingesetzt wird, und springen ein, wenn morgens jemand krankgemeldet ist und ein Ersatz gefunden werden muss. Dazu kommt Vertrieb: Neukunden anrufen, Angebote kalkulieren, Stundensätze verhandeln. Im Hintergrund stehen Verwaltungsaufgaben wie Zeiterfassung prüfen, Daten für die Lohnabrechnung vorbereiten, Rechnungen an Kunden stellen und die Vorgaben des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes einhalten. Ein Teil des Tages findet am Telefon und am Bildschirm statt, ein anderer bei Kundenbesuchen in Betrieben.
Wie wird man Personaldienstleistungskaufmann?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung, die mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sich die Ausbildung oft verkürzen. In der Berufsschule stehen Arbeitsrecht, Personalwirtschaft, Rechnungswesen und Vertrieb auf dem Plan. Häufig ist der Quereinstieg: Viele Personaldisponentinnen und -disponenten kommen aus anderen kaufmännischen Berufen, aus Handwerk, Logistik oder Gastronomie und bringen Branchenkenntnis mit. Ein Studium in Betriebswirtschaft oder Personalmanagement führt eher in Personalabteilungen größerer Unternehmen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist kommunikativ und oft hektisch. Viele Betriebe arbeiten mit Umsatz- und Besetzungszielen, ein Teil des Gehalts hängt dann von Provisionen ab. Wer keinen Vertriebsdruck verträgt, hat es schwer. Die Arbeitszeiten liegen grundsätzlich im Büroalltag, aber Kundenbetriebe arbeiten im Schichtbetrieb, und Krankmeldungen oder kurzfristige Anfragen kommen früh am Morgen oder am Freitagnachmittag. Rufbereitschaft ist in manchen Niederlassungen üblich. Belastend sind auch die Gespräche selbst: Absagen erteilen, Konflikte zwischen Einsatzbetrieb und Mitarbeitenden schlichten, Kündigungen aussprechen. Zeitarbeit hat in der Öffentlichkeit keinen guten Ruf, damit muss man im Kontakt mit Bewerbern umgehen können. Die Fluktuation in der Branche ist hoch, sowohl beim überlassenen Personal als auch im internen Team.
Aussichten
Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass Unternehmen Unterstützung bei der Personalsuche brauchen, und Recruiting-Kenntnisse sind gefragt. Die Zeitarbeit selbst reagiert allerdings stark auf die Konjunktur: In Krisen werden Leiharbeitskräfte zuerst abgebaut, und auch in den Agenturen wird dann Personal reduziert. Seit einigen Jahren schrumpft die Zahl der Zeitarbeitnehmer, während Direktvermittlung und Personalberatung an Bedeutung gewinnen. Mit Erfahrung führt der Weg zur Niederlassungsleitung oder in die Personalberatung. Weiterbildungen wie Geprüfter Personalfachkaufmann oder Fachwirt öffnen den Wechsel in Personalabteilungen von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, wo die Arbeitsbedingungen oft ruhiger sind.
Aufgaben
- Stellenanzeigen formulieren und auf Portalen schalten
- Bewerbungen sichten und Vorstellungsgespräche führen
- Arbeitsverträge vorbereiten und Mitarbeitende einstellen
- Einsätze bei Kundenfirmen planen und kurzfristig Ersatz organisieren
- Neukunden akquirieren und Stundensätze verhandeln
- Stundenzettel prüfen und Daten für die Lohnabrechnung aufbereiten
- Rechnungen an Kundenbetriebe erstellen
- Mitarbeitende im Einsatz betreuen und Konflikte klären
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder Abitur, formal nicht vorgeschrieben
- Sicherheit am Telefon und in Gesprächen mit Fremden
- Belastbarkeit bei Zielvorgaben und kurzfristigen Anfragen
- Organisationstalent und Sorgfalt bei Verträgen und Abrechnungen
- Interesse an Arbeitsrecht und kaufmännischen Abläufen
- Führerschein, da Kundenbesuche üblich sind
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung mit Abschluss vor der IHK, die sich bei guten Leistungen oder mit Abitur auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzen lässt. Quereinsteiger mit kaufmännischer Ausbildung oder Branchenerfahrung werden häufig direkt als Personaldisponenten eingestellt.
Wo man arbeitet
- Zeitarbeitsunternehmen
- Personalvermittlungen
- Personalberatungen
- Personalabteilungen größerer Unternehmen
- Bildungs- und Beschäftigungsträger
Was du als Personaldienstleistungskaufmann verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.800 € 2.500 – 3.100 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.300 € 2.900 – 3.900 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.400 € 3.700 – 5.500 €
Das interne Personal von Zeitarbeitsfirmen ist meist nicht tarifgebunden, der Tarifvertrag des Gesamtverbands der Personaldienstleister (GVP) gilt für die überlassenen Zeitarbeitskräfte, nicht für die Disponenten. Das Gehalt hängt deshalb stark vom Arbeitgeber und von variablen Provisionen ab, die in vertriebsstarken Niederlassungen einen spürbaren Teil des Einkommens ausmachen können.
Gehalt als Personaldienstleistungskaufmann nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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