Reinigungskraft
Reinigungskräfte säubern Büros, Praxen, Schulen, Krankenhäuser, Hotels und Privathaushalte. Die Arbeit ist körperlich, oft in Teilzeit und zu Randzeiten, und wird überwiegend nach dem Branchenmindestlohn der Gebäudereinigung bezahlt.
Das Berufsbild
Was macht eine Reinigungskraft?
Reinigungskräfte halten Räume und Flächen sauber, die andere tagsüber nutzen. In Büros leeren sie Papierkörbe, wischen Schreibtische und Türklinken ab, saugen Teppiche und putzen Teeküchen und Toiletten. In Schulen und Kitas kommen Klassenräume, Turnhallen und Waschräume dazu, in Arztpraxen und Krankenhäusern die Desinfektion nach festen Hygieneplänen. Im Hotel werden Zimmer nach der Abreise in kurzer Zeit hergerichtet: Betten beziehen, Bad reinigen, Minibar prüfen. Gearbeitet wird meist nach einem Leistungsverzeichnis, das festlegt, welche Fläche wie oft und in welcher Zeit gereinigt wird. Dazu gehört der richtige Umgang mit Reinigungsmitteln, Wischsystemen, Staubsaugern und teilweise Scheuersaugmaschinen. Viele arbeiten allein in einem Objekt, andere in kleinen Kolonnen unter einer Vorarbeiterin.
Wie wird man Reinigungskraft?
Für die Tätigkeit ist keine Ausbildung vorgeschrieben. Die meisten steigen ohne Vorkenntnisse ein und werden vor Ort angelernt, oft in wenigen Tagen. Größere Gebäudereinigungsfirmen bieten Schulungen zu Hygiene, Arbeitsschutz und Gefahrstoffen an. Wer mehr will, kann die dreijährige duale Ausbildung zum Gebäudereiniger oder zur Gebäudereinigerin machen, die auch Glas- und Fassadenreinigung, Sonderreinigung und Kalkulation umfasst. Der Beruf ist ein häufiger Einstieg für Menschen ohne Abschluss, für Zugewanderte mit geringen Deutschkenntnissen und für Menschen, die nach einer Familienpause wieder arbeiten möchten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend: viel Gehen, Bücken, Heben von Eimern und Wäsche, Arbeiten über Kopf. Rücken-, Knie- und Schulterbeschwerden sind verbreitet, ebenso Hautprobleme durch Reinigungsmittel und Feuchtarbeit. Gereinigt wird häufig dann, wenn niemand sonst im Gebäude ist, also früh am Morgen, am Abend oder am Wochenende. Viele Stellen sind Teilzeit- oder Minijobs mit wenigen Stunden pro Tag, teils in mehreren Objekten mit Fahrtwegen dazwischen, die nicht immer bezahlt werden. Der Zeitdruck ist hoch, weil die vorgegebenen Quadratmeterleistungen knapp bemessen sind. Die Anerkennung ist gering, die Arbeit wird oft erst bemerkt, wenn sie nicht gemacht wurde. Zuverlässigkeit zählt, weil Reinigungskräfte oft Schlüssel zu Gebäuden erhalten und unbeaufsichtigt arbeiten.
Aussichten
Reinigungskräfte werden überall gesucht, Arbeitslosigkeit im Beruf ist selten ein Dauerzustand. Besonders Krankenhäuser, Pflegeheime und Gebäudereinigungsfirmen haben Personalbedarf. Wer eine Vollzeitstelle möchte, muss allerdings gezielt suchen, weil viele Angebote Teilzeit sind. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es vor allem in größeren Unternehmen: Mit Erfahrung kann man Vorarbeiterin oder Vorarbeiter werden, später Objektleitung. Über die Ausbildung zum Gebäudereiniger und die Meisterprüfung steht der Weg in die Betriebsleitung oder Selbstständigkeit offen. Spezialisierungen wie Krankenhausreinigung, Reinraumreinigung oder Desinfektion werden teils besser bezahlt.
Aufgaben
- Böden saugen, wischen und mit Maschinen schrubben
- Sanitärräume und Teeküchen reinigen und desinfizieren
- Papierkörbe leeren und Abfall trennen
- Schreibtische, Türklinken und Lichtschalter abwischen
- Hotelzimmer herrichten und Betten beziehen
- Reinigungsmittel nach Vorgabe dosieren und Geräte pflegen
- Verbrauchsmaterial wie Seife und Papierhandtücher auffüllen
- Schäden und Mängel im Objekt an die Vorarbeitung melden
Voraussetzungen
- Kein Abschluss vorgeschrieben, Anlernen im Betrieb üblich
- Körperliche Belastbarkeit für Bücken, Heben und langes Stehen
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, oft auch selbstständiges Arbeiten ohne Aufsicht
- Grundkenntnisse in Deutsch, um Hygienepläne und Sicherheitshinweise zu verstehen
- Bereitschaft zu frühen, späten oder Wochenendzeiten
- Häufig ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, in Kliniken teils Impfnachweise
Der Weg in den Beruf
Die meisten Reinigungskräfte werden ohne Ausbildung in wenigen Tagen im Betrieb angelernt. Wer sich qualifizieren will, kann die dreijährige duale Ausbildung zur Gebäudereinigerin oder zum Gebäudereiniger mit Gesellenprüfung absolvieren, auf die später die Meisterprüfung aufbauen kann.
Wo man arbeitet
- Gebäudereinigungsunternehmen
- Krankenhäuser und Pflegeheime
- Hotels und Ferienanlagen
- Schulen, Kitas und Behörden
- Büro- und Verwaltungsgebäude
- Privathaushalte
Was du als Reinigungskraft verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.400 € 2.200 – 2.700 €
- Mit Berufserfahrung
- 2.500 € 2.300 – 2.900 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 2.800 € 2.500 – 3.300 €
In Gebäudereinigungsfirmen gilt der allgemeinverbindliche Lohntarifvertrag für das Gebäudereinigerhandwerk, dessen Lohngruppe 1 für Innen- und Unterhaltsreinigung den Branchenmindestlohn bildet; im öffentlichen Dienst und in Kliniken wird nach TVöD oder TV-L bezahlt, in Privathaushalten oft nur der gesetzliche Mindestlohn. Entscheidend für das tatsächliche Einkommen ist weniger der Stundenlohn als die Zahl der bezahlten Stunden, da viele Stellen Teilzeit oder Minijobs sind.
Gehalt als Reinigungskraft nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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