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Gastronomie & Tourismus

Servicekraft / Spielhallenaufsicht

Servicekräfte in Spielhallen betreuen Gäste an Geldspielgeräten, kontrollieren den Einlass, bedienen Kasse und Getränkeausgabe und achten auf Jugend- und Spielerschutz. Die Arbeit läuft im Schichtdienst bis in die Nacht, oft allein in der Filiale.

Das Berufsbild

Was macht eine Servicekraft in der Spielhalle?

Die Servicekraft, oft auch Spielhallenaufsicht genannt, ist während ihrer Schicht meist die einzige Ansprechperson vor Ort. Am Eingang prüft sie Ausweise, weil Spielhallen erst ab 18 Jahren betreten werden dürfen, und gleicht Gäste mit der bundesweiten Sperrdatei OASIS ab. Sie bereitet Kaffee und Kaltgetränke zu, serviert kleine Snacks, wechselt Geld, führt die Kasse und zählt beim Schichtwechsel ab. Fallen Geräte aus, meldet sie Störungen an die Technik oder behebt einfache Fehler selbst. Dazu kommen Reinigung von Theke, Toiletten und Spielbereich, das Auffüllen von Vorräten und die Dokumentation. Ein wichtiger Teil ist der Spielerschutz: Wer auffällig lange oder mit hohen Einsätzen spielt, soll angesprochen und auf Hilfsangebote hingewiesen werden.

Wie wird man Servicekraft in der Spielhalle?

Eine Berufsausbildung ist nicht vorgeschrieben, der Einstieg ist für Quereinsteiger aus Gastronomie, Einzelhandel oder ohne Berufsabschluss möglich. Die Betreiber schulen neue Beschäftigte selbst ein. Nach den Glücksspielgesetzen der Länder muss das Personal an Schulungen zu Spielerschutz und Suchtprävention teilnehmen, die regelmäßig aufgefrischt werden. Viele Unternehmen verlangen ein polizeiliches Führungszeugnis. Wer sich weiterentwickeln möchte, kann eine Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie oder zur Kauffrau beziehungsweise zum Kaufmann im Einzelhandel anschließen, beides erleichtert den Aufstieg zur Filialleitung.

Was der Beruf verlangt

Spielhallen haben lange Öffnungszeiten, häufig bis spät in die Nacht und auch an Wochenenden und Feiertagen. Schichten von acht bis zehn Stunden, oft allein, sind üblich. Die Arbeit findet überwiegend im Stehen und Gehen statt. Der Umgang mit Gästen verlangt Gelassenheit: Manche sind frustriert nach Verlusten, angetrunken oder aggressiv, und Hausverbote müssen auch gegen Widerstand durchgesetzt werden. Spielhallen gehören zu den Betrieben mit erhöhtem Risiko für Raubüberfälle, die Betreiber sichern sich mit Kameras und Alarmknöpfen ab, ein Rest an Unsicherheit bleibt. Belastend kann auch sein, täglich Menschen mit Spielproblemen zu begegnen und den Spielerschutz ernst zu nehmen, obwohl der Betrieb vom Umsatz lebt. Gezahlt wird meist nahe am gesetzlichen Mindestlohn, Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit machen einen spürbaren Teil des Einkommens aus.

Aussichten

Stellen werden laufend ausgeschrieben, weil die Fluktuation hoch ist. Gleichzeitig schrumpft die Branche: Mindestabstände zwischen Spielhallen, das Verbot von Mehrfachkonzessionen und die Konkurrenz durch legales Online-Glücksspiel haben die Zahl der Standorte in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Langfristig sicher ist der Beruf daher nicht. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es vor allem bei größeren Ketten, etwa als Schichtleitung, Filialleitung oder später als Bezirksleitung mit Verantwortung für mehrere Standorte. Die Erfahrung im Kassenwesen, im Umgang mit schwierigen Gästen und im Alleinverantworten einer Filiale lässt sich auch in Gastronomie, Tankstellen, Einzelhandel oder Sicherheitsdienst einbringen.

Aufgaben

  • Ausweise kontrollieren und Gäste mit der Sperrdatei OASIS abgleichen
  • Kaffee und Getränke zubereiten und servieren
  • Geld wechseln, Kasse führen und zum Schichtende abrechnen
  • Störungen an Geldspielgeräten melden oder einfache Fehler beheben
  • Auffälliges Spielverhalten ansprechen und auf Hilfsangebote hinweisen
  • Hausverbote und Hausordnung durchsetzen
  • Theke, Spielbereich und Sanitärräume reinigen
  • Vorräte auffüllen und Schichtprotokolle führen

Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Polizeiliches Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge
  • Teilnahme an der vorgeschriebenen Schulung zu Spielerschutz und Suchtprävention
  • Sicherer Umgang mit Bargeld und Kasse
  • Belastbarkeit und Ruhe im Umgang mit schwierigen Gästen
  • Bereitschaft zu Spät-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten
  • Gute Deutschkenntnisse für Gespräche mit Gästen

Der Weg in den Beruf

Eine Ausbildung ist nicht erforderlich, die Einarbeitung im Betrieb dauert meist wenige Tage bis Wochen. Pflicht ist eine Schulung zu Spielerschutz und Suchtprävention nach dem jeweiligen Landesglücksspielrecht, die der Arbeitgeber organisiert und regelmäßig wiederholen lässt. Für den Aufstieg in die Filialleitung hilft eine abgeschlossene Ausbildung in Gastronomie oder Einzelhandel.

Wo man arbeitet

  • Spielhallen großer Automatenketten
  • Inhabergeführte Spielhallen
  • Spielstätten in Gastronomiebetrieben
  • Spielbanken mit Automatensaal

Was du als Servicekraft / Spielhallenaufsicht verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.300 € 2.200 – 2.500 €
Mit Berufserfahrung
2.450 € 2.250 – 2.750 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.000 € 2.600 – 3.600 €

Einen Flächentarifvertrag für Spielhallen gibt es nicht, die meisten Betriebe zahlen in der Nähe des gesetzlichen Mindestlohns. Am stärksten steigt das Einkommen durch Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie durch den Wechsel in Schicht- oder Filialleitung bei größeren Ketten.

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