Servicetechniker im Bereich Blitzschutz
Servicetechniker im Bereich Blitzschutz bauen, prüfen und warten Blitzschutz- und Erdungsanlagen an Gebäuden, Industrieanlagen und technischen Einrichtungen. Die Arbeit findet überwiegend auf Dächern, an Fassaden und im Erdreich statt, oft mit Reisetätigkeit.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker im Bereich Blitzschutz?
Servicetechniker im Blitzschutz sorgen dafür, dass ein Blitzeinschlag sicher in die Erde abgeleitet wird, ohne Gebäude, Menschen oder Technik zu schädigen. Sie montieren Fangstangen und Fangleitungen auf Dächern, verlegen Ableitungen an Fassaden und setzen Erder in den Boden, etwa als Ringerder um ein Gebäude oder als Tiefenerder. Dazu kommt der innere Blitzschutz: Potentialausgleich herstellen und Überspannungsschutzgeräte in Verteilungen einbauen. Ein großer Teil der Arbeit sind wiederkehrende Prüfungen bestehender Anlagen nach DIN EN 62305 beziehungsweise DIN VDE 0185-305. Dabei messen sie Erdungswiderstände, prüfen Verbindungen auf Korrosion und lockere Klemmen, dokumentieren Mängel in Prüfprotokollen und beheben sie anschließend. Auftraggeber sind Wohnungsunternehmen, Kommunen, Industriebetriebe, Kirchengemeinden oder Betreiber von Windkraft- und Photovoltaikanlagen.
Wie wird man Servicetechniker im Bereich Blitzschutz?
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht mehr. Der übliche Weg führt über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Auch Dachdecker, Klempner oder Anlagenmechaniker steigen häufig ein, weil Montage auf Dächern und Blechverarbeitung zum Handwerk gehören. Viele Blitzschutzfirmen lernen Quereinsteiger mit handwerklicher Erfahrung im Betrieb an. Das Fachwissen wird über Lehrgänge vertieft, etwa zur Blitzschutzfachkraft beim Verband Deutscher Blitzschutzfirmen (VDB) oder über Seminare von Herstellern. Wer Anlagen eigenverantwortlich prüfen will, braucht in der Regel eine elektrotechnische Grundqualifikation und eine Fortbildung zur Fachkraft für Blitzschutzprüfung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend und findet bei fast jedem Wetter im Freien statt: Hitze auf Flachdächern im Sommer, Wind und Kälte im Winter. Gearbeitet wird in großer Höhe auf Steildächern, Kirchtürmen oder Industrieschornsteinen, mit Absturzsicherung, Hubarbeitsbühne oder Gerüst. Schwindelfreiheit ist Pflicht, Höhenangst schließt den Beruf praktisch aus. Erdungsarbeiten bedeuten Graben, Schlagen und Tragen schwerer Materialien. Viele Betriebe arbeiten überregional, sodass Montagewochen mit Übernachtungen und lange Anfahrten zum Alltag gehören. Die Arbeitszeiten liegen meist tagsüber, im Sommer sind Überstunden üblich. Prüfprotokolle verlangen Sorgfalt, weil Fehler im Ernstfall Haftungsfragen auslösen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Blitzschutzanlagen müssen regelmäßig geprüft werden, viele Gebäude haben veraltete Anlagen, und der Ausbau von Photovoltaik, Windkraft, Rechenzentren und Ladeinfrastruktur erzeugt zusätzlichen Bedarf an Blitz- und Überspannungsschutz. Gleichzeitig finden die Betriebe schwer Personal, weil die Arbeit in der Höhe viele abschreckt. Erfahrene Kräfte können zum Montageleiter oder Obermonteur aufsteigen, sich als Prüfer spezialisieren oder mit einer Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk einen eigenen Betrieb gründen. Auch der Wechsel zu Herstellern von Blitzschutzkomponenten in Anwendungstechnik oder Vertrieb ist möglich.
Aufgaben
- Fangeinrichtungen und Ableitungen auf Dächern und an Fassaden montieren
- Ringerder, Tiefenerder und Fundamenterder setzen und anschließen
- Potentialausgleich herstellen und Überspannungsschutz in Verteilungen einbauen
- Erdungswiderstände und Durchgangswerte messen
- Bestehende Anlagen wiederkehrend prüfen und Mängel dokumentieren
- Korrodierte oder beschädigte Bauteile austauschen
- Prüfprotokolle und Anlagendokumentation erstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Elektro-, Dachdecker- oder Klempnerhandwerk oder vergleichbare handwerkliche Erfahrung
- Schwindelfreiheit und Höhentauglichkeit, meist nachgewiesen durch arbeitsmedizinische Untersuchung
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Freien und schweres Tragen
- Führerschein Klasse B
- Bereitschaft zu Montagetätigkeit mit Übernachtungen
- Sorgfalt beim Messen und Dokumentieren
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder eine dreijährige Ausbildung zum Dachdecker oder Klempner. Das Blitzschutzwissen wird anschließend im Betrieb und über Lehrgänge, etwa zur Blitzschutzfachkraft beim VDB, erworben. Für eigenverantwortliche Prüfungen ist eine elektrotechnische Qualifikation mit entsprechender Fortbildung nötig.
Wo man arbeitet
- Blitzschutzfachbetriebe
- Elektroinstallationsbetriebe
- Dachdecker- und Klempnerbetriebe mit Blitzschutzsparte
- Servicedienstleister für Wind- und Solarparks
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
Was du als Servicetechniker im Bereich Blitzschutz verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.000 € 2.700 – 3.300 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.500 € 3.100 – 3.900 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.100 € 3.600 – 4.700 €
Viele Blitzschutzbetriebe gehören zum Elektrohandwerk und zahlen, sofern tarifgebunden, nach den regional unterschiedlichen Tarifverträgen des Elektrohandwerks; Dachdeckerbetriebe nach dem Tarifvertrag des Dachdeckerhandwerks. Spürbare Unterschiede entstehen durch Auslöse und Montagezulagen bei Reisetätigkeit sowie durch eine Qualifikation als Prüfer oder Montageleiter.
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Gerade keine Anzeige zu diesem Beruf.
Das heißt nicht, dass niemand sucht – nur, dass heute nichts davon bei uns steht. Der Katalog bleibt trotzdem stehen, denn ein Beruf lebt länger als eine Anzeige.