Sicherungsposten Gleisbereich
Sicherungsposten warnen Menschen, die im Gleisbereich arbeiten, rechtzeitig vor herannahenden Zügen, damit diese die Gefahrenzone verlassen können. Die Tätigkeit ist kurz erlernt, verlangt aber ständige Konzentration und findet oft nachts, am Wochenende und bei jedem Wetter statt.
Das Berufsbild
Was macht ein Sicherungsposten im Gleisbereich?
Wo an oder neben Gleisen gearbeitet wird, während der Zugverkehr weiterläuft, sorgen Sicherungsposten dafür, dass niemand von einem Zug erfasst wird. Sie stehen an einer festgelegten Stelle mit freier Sicht auf die Strecke, beobachten die Annäherung von Zügen und geben mit einem Signalhorn rechtzeitig das Warnsignal. Die Arbeitskolonne muss dann den Gefahrenbereich räumen und darf erst nach Freigabe zurück. Bei unübersichtlichen Strecken arbeiten mehrere Posten in einer Kette und geben die Warnung per Horn oder Funk weiter. Zur Arbeit gehören außerdem das Auf- und Abbauen automatischer Warnsysteme, das Aufstellen fester Absperrungen, die Abstimmung mit der Sicherungsaufsicht vor Schichtbeginn und das Einweisen der Arbeitskräfte in die Sicherungsmaßnahme. Eingesetzt werden Sicherungsposten bei Gleisbau, Vegetationspflege, Vermessung, Reinigung oder Kabelarbeiten.
Wie wird man Sicherungsposten im Gleisbereich?
Eine reguläre Berufsausbildung gibt es nicht. Der Einstieg erfolgt über einen Lehrgang nach den Vorgaben der Deutschen Bahn beziehungsweise der jeweiligen Infrastrukturbetreiber, der meist ein bis zwei Wochen dauert und mit einer theoretischen und praktischen Prüfung endet. Vorher ist eine eisenbahnbetriebsärztliche Tauglichkeitsuntersuchung nötig, bei der vor allem Sehvermögen, Farbsehen und Gehör geprüft werden. Gute Deutschkenntnisse sind Pflicht, weil Verständigung im Ernstfall eindeutig sein muss. Die Qualifikation muss regelmäßig durch Fortbildungen und Wiederholungsuntersuchungen aufrechterhalten werden. Viele Sicherungsunternehmen bilden Quereinsteiger selbst aus und übernehmen die Kosten, oft gekoppelt an eine Verpflichtung zur Weiterbeschäftigung. Deshalb ist der Beruf für Menschen ohne Abschluss oder aus anderen Branchen zugänglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist über lange Strecken eintönig und muss trotzdem mit voller Aufmerksamkeit erledigt werden, denn ein Fehler kann tödlich enden. Viele Einsätze liegen in der Nacht oder am Wochenende, weil Bauarbeiten in verkehrsschwachen Zeiten stattfinden. Sicherungsposten stehen stundenlang draußen, bei Hitze, Regen, Frost und Lärm, oft an abgelegenen Streckenabschnitten ohne Unterstand. Baustellen wechseln häufig, Anfahrten sind weit, und Montagearbeit mit Übernachtungen in Pensionen ist verbreitet. Die Einsatzplanung ist kurzfristig, Dienstpläne ändern sich oft. Ein erheblicher Teil der Stellen läuft über Zeitarbeit oder kleine Sicherungsfirmen mit wechselnder Auftragslage. Wer Wert auf feste Arbeitszeiten und einen festen Arbeitsort legt, wird hier selten glücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Das Schienennetz wird in den kommenden Jahren in großem Umfang saniert, und fast jede Baustelle an befahrenen Gleisen braucht Sicherungspersonal. Gleichzeitig wird zunehmend auf automatische Warnsysteme und feste Absperrungen gesetzt, was die Zahl reiner Postenstellen langfristig verringern kann, aber Bedarf an Personal für Aufbau und Betrieb dieser Technik schafft. Mit Erfahrung und weiteren Lehrgängen ist der Aufstieg zur Sicherungsaufsicht, zum Bahnübergangsposten, zum Planer von Sicherungsmaßnahmen oder zur Disposition in einem Sicherungsunternehmen möglich. Manche wechseln später in den Gleisbau oder in den Betriebsdienst eines Eisenbahnunternehmens.
Aufgaben
- Annäherung von Zügen beobachten und rechtzeitig mit dem Signalhorn warnen
- Arbeitskräfte zum Räumen des Gleisbereichs auffordern und die Freigabe geben
- Warnungen in einer Postenkette per Horn oder Funk weitergeben
- Automatische Warnsysteme auf- und abbauen und deren Funktion prüfen
- Feste Absperrungen zwischen Arbeitsstelle und befahrenem Gleis aufstellen
- Sicherungsplan mit der Sicherungsaufsicht vor Schichtbeginn abstimmen
- Arbeitskolonnen in die Sicherungsmaßnahme und Warnsignale einweisen
Voraussetzungen
- Abgeschlossener Lehrgang zum Sicherungsposten mit bestandener Prüfung
- Eisenbahnbetriebsärztliche Tauglichkeit, insbesondere gutes Seh-, Farbseh- und Hörvermögen
- Sichere Deutschkenntnisse in Wort und Verständnis
- Hohe Konzentrationsfähigkeit und Zuverlässigkeit über lange Schichten
- Wetterfestigkeit und Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Montagearbeit
- Führerschein der Klasse B ist bei vielen Arbeitgebern gewünscht
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt über einen ein- bis zweiwöchigen Lehrgang nach den Vorgaben des Infrastrukturbetreibers, der mit einer Prüfung und einem Qualifikationsnachweis endet. Voraussetzung ist eine bestandene Tauglichkeitsuntersuchung, und die Qualifikation muss durch regelmäßige Fortbildungen und Nachuntersuchungen erhalten werden.
Wo man arbeitet
- Gleissicherungsunternehmen
- Gleisbau- und Tiefbauunternehmen
- Zeitarbeitsfirmen mit Schwerpunkt Bahn
- Eisenbahninfrastrukturunternehmen
- Dienstleister für Vegetationspflege und Vermessung an Bahnstrecken
Was du als Sicherungsposten Gleisbereich verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.500 € 2.300 – 2.800 €
- Mit Berufserfahrung
- 2.800 € 2.500 – 3.200 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.300 € 2.900 – 3.900 €
Das Grundgehalt liegt oft nur knapp über dem Mindestlohn, das tatsächliche Einkommen hängt stark von Nacht-, Sonntags- und Auswärtszulagen sowie Spesen ab. Bei Zeitarbeit gelten meist die Tarifverträge der Zeitarbeit (GVP/DGB), wer direkt bei einem Eisenbahnunternehmen angestellt ist, wird in der Regel nach den Tarifverträgen mit der EVG bezahlt und verdient spürbar mehr.
Gehalt als Sicherungsposten Gleisbereich nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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