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Bildung & Soziales

Süßwarentechnologe

Süßwarentechnologen stellen in Industriebetrieben Schokolade, Bonbons, Fruchtgummi, Kekse, Knabberartikel oder Speiseeis her. Sie bedienen, überwachen und rüsten die Produktionsanlagen und achten auf Qualität und Hygiene.

Das Berufsbild

Was macht ein Süßwarentechnologe?

Süßwarentechnologen arbeiten in der industriellen Herstellung von Süßwaren. Sie wiegen Rohstoffe wie Zucker, Kakaomasse, Milchpulver, Fette und Aromen ab oder steuern deren automatische Dosierung, setzen Massen an, kochen, temperieren, walzen, formen, gießen, schneiden und überziehen. Je nach Betrieb geht es um Schokolade und Pralinen, Hart- und Weichkaramellen, Fruchtgummi, Dauerbackwaren wie Kekse und Waffeln, Chips und Salzgebäck oder Speiseeis. Der größte Teil der Arbeit findet an großen, weitgehend automatisierten Anlagen statt: Sie stellen Maschinen ein, rüsten sie auf neue Produkte um, überwachen Temperaturen, Drücke und Durchlaufzeiten am Leitstand und greifen bei Störungen ein. Dazu gehören Stichproben im Labor oder an der Linie, etwa Messungen von Feuchtigkeit, Viskosität oder Gewicht, sowie das Dokumentieren der Werte. Reinigung der Anlagen und kleinere Wartungsarbeiten sind fester Bestandteil jeder Schicht, ebenso das Verpacken und Bereitstellen der fertigen Ware.

Wie wird man Süßwarentechnologe?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Wegen der wenigen Auszubildenden findet der Berufsschulunterricht oft als Blockunterricht in überregionalen Fachklassen statt, etwa an der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft in Solingen. Im Lauf der Ausbildung wählt der Betrieb Schwerpunkte, die zu seinen Produkten passen. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit mittlerem Abschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Quereinsteiger beginnen häufig als angelernte Produktionshelfer und können nach einigen Jahren Berufspraxis eine Externenprüfung vor der IHK ablegen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet in Produktionshallen statt, in denen es laut ist und je nach Bereich warm oder kühl. Viele Stunden werden im Stehen verbracht, Säcke und Behälter müssen bewegt werden. Die meisten Werke laufen im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, Nachtarbeit ist üblich. Vor Weihnachten und Ostern steigt die Produktion, dann fallen Zusatzschichten und Wochenendarbeit an. Strenge Hygienevorschriften bedeuten Schutzkleidung, Haarnetz, Schmuckverbot und regelmäßiges Reinigen. An hoch automatisierten Linien besteht ein großer Teil der Arbeit aus Überwachen, was eintönig sein kann, bei Störungen aber schnelles und genaues Handeln verlangt. Technisches Verständnis, Sorgfalt beim Abwiegen und Dokumentieren sowie Grundkenntnisse in Chemie und Mathematik werden täglich gebraucht.

Aussichten

Die Süßwarenindustrie ist in Deutschland ein großer Zweig der Lebensmittelwirtschaft, und die Betriebe suchen ausgebildete Fachkräfte, weil der Beruf wenig bekannt ist. Die Chancen auf Übernahme nach der Ausbildung sind meist gut, allerdings konzentrieren sich die Werke auf bestimmte Regionen, sodass ein Umzug nötig werden kann. Mit zunehmender Automatisierung gewinnen Kenntnisse in Steuerungstechnik an Gewicht. Wer aufsteigen will, kann sich zum Schichtführer entwickeln, den Industriemeister Fachrichtung Lebensmittel oder den staatlich geprüften Techniker für Lebensmitteltechnik machen. Mit Hochschulreife steht auch ein Studium der Lebensmitteltechnologie offen, das in Qualitätssicherung, Produktentwicklung oder Produktionsleitung führen kann.

Aufgaben

  • Rohstoffe abwiegen, mischen und Massen nach Rezeptur ansetzen
  • Produktionsanlagen einstellen, umrüsten und am Leitstand überwachen
  • Schokolade temperieren, Massen kochen, gießen, formen und überziehen
  • Qualitätsproben nehmen und Messwerte wie Feuchte oder Gewicht prüfen
  • Störungen an Maschinen erkennen und beheben oder melden
  • Anlagen nach Hygieneplan reinigen und kleinere Wartungen durchführen
  • Produktionsdaten und Kontrollen dokumentieren

Voraussetzungen

  • meist mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
  • Interesse an Technik, Chemie und Lebensmitteln
  • Sorgfalt und Genauigkeit beim Abwiegen und Dokumentieren
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit einschließlich Nachtschichten
  • körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Stehen bei Lärm und Wärme
  • Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz
  • keine Allergien gegen verarbeitete Rohstoffe wie Nüsse oder Mehlstaub

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg erfolgt über eine dreijährige duale Ausbildung zum Süßwarentechnologen mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Der Berufsschulunterricht findet häufig als Blockunterricht in überregionalen Fachklassen statt. Angelernte Kräfte mit mehrjähriger Praxis können die Prüfung als Externe ablegen.

Wo man arbeitet

  • Schokoladen- und Pralinenhersteller
  • Zuckerwaren- und Fruchtgummihersteller
  • Hersteller von Dauerbackwaren
  • Hersteller von Knabberartikeln
  • Speiseeishersteller
  • Kakaoverarbeitende Betriebe

Was du als Süßwarentechnologe verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.900 € 2.600 – 3.200 €
Mit Berufserfahrung
3.300 € 2.900 – 3.700 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.900 € 3.400 – 4.600 €

In tarifgebundenen Betrieben gelten die regionalen Tarifverträge der Süßwarenindustrie zwischen der Gewerkschaft NGG und den Arbeitgeberverbänden, in nicht tarifgebundenen kleineren Werken liegt das Gehalt oft deutlich darunter. Schicht- und Nachtzuschläge machen einen spürbaren Teil des tatsächlichen Einkommens aus, höhere Werte erreichen vor allem Schichtführer und Industriemeister.

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Das heißt nicht, dass niemand sucht – nur, dass heute nichts davon bei uns steht. Der Katalog bleibt trotzdem stehen, denn ein Beruf lebt länger als eine Anzeige.

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