Baugeräteführer
Baugeräteführer bedienen, warten und reparieren Baumaschinen wie Bagger, Radlader, Planierraupen und Krane. Sie arbeiten auf Baustellen im Hoch-, Tief- und Straßenbau sowie in Steinbrüchen und Kiesgruben.
Das Berufsbild
Was macht ein Baugeräteführer?
Baugeräteführer heben Baugruben aus, planieren Flächen, verladen Erdreich und Schotter, setzen Rohre in Gräben oder heben mit dem Kran Fertigteile und Bewehrungskörbe an ihren Platz. Der Arbeitstag beginnt meist mit einer Sichtprüfung der Maschine: Ölstand, Hydraulikschläuche, Ketten, Bremsen, Beleuchtung. Danach folgt die Abstimmung mit Polier oder Bauleitung, wo was abgetragen oder eingebaut wird. Moderne Geräte arbeiten oft mit GPS- oder Laser-Steuerung, die Höhen und Neigungen vorgibt, sodass auch das Lesen von Plänen und das Einrichten der Maschinensteuerung dazugehören. Ein großer Teil der Arbeit ist Wartung und Instandsetzung: Filter wechseln, abschmieren, Verschleißteile tauschen, kleinere Schäden an Hydraulik und Elektrik selbst beheben. Zwischen den Baustellen werden Maschinen auf Tieflader verladen und gesichert.
Wie wird man Baugeräteführer?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Baugeräteführer, die mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Ausgebildet wird in Bauunternehmen und Baumaschinenbetrieben, ergänzt durch Berufsschule und überbetriebliche Lehrgänge in Ausbildungszentren der Bauwirtschaft. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber mindestens einen Hauptschulabschluss. Quereinsteiger, etwa aus Landwirtschaft, Kfz-Handwerk oder anderen Bauberufen, kommen häufig über Maschinistenlehrgänge mit Befähigungsnachweis in den Beruf und arbeiten dann als angelernte Maschinisten. Für Krane sind zusätzliche Unterweisungen und Nachweise nötig. Der Lkw-Führerschein der Klasse C oder CE erhöht die Einsatzmöglichkeiten deutlich und wird teils während der Ausbildung erworben.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet bei jedem Wetter statt, in der Kabine zwar geschützt, beim Warten, Einweisen und Reparieren aber draußen in Hitze, Regen und Kälte. Lärm, Staub, Abgase und Ganzkörpervibrationen belasten auf Dauer Rücken und Gehör. Arbeitsbeginn ist oft früh am Morgen, im Sommer sind lange Tage üblich, im Winter ruht die Arbeit witterungsbedingt oder läuft über Saison-Kurzarbeit. Viele Baustellen liegen weit vom Wohnort entfernt, Montagewochen mit Übernachtung sind besonders im Straßen- und Spezialtiefbau verbreitet. Die Verantwortung ist hoch: Ein Fehler am Bagger kann Leitungen zerstören, ein Fehler am Kran Menschen gefährden. Gefragt sind räumliches Vorstellungsvermögen, ruhige Hände, Konzentration über Stunden und technisches Verständnis.
Aussichten
Baugeräteführer werden bundesweit gesucht. Investitionen in Straßen, Brücken, Schienen, Leitungsnetze und den Ausbau erneuerbarer Energien sorgen für anhaltende Nachfrage, gleichzeitig gehen viele erfahrene Maschinisten in Rente. Wer mehrere Gerätearten sicher beherrscht und mit digitaler Maschinensteuerung umgehen kann, hat gute Chancen auf eine feste Stelle. Aufstiegswege führen zum Geprüften Baumaschinenmeister, zum Vorarbeiter oder Polier oder über eine Technikerschule in Planung und Bauleitung. Auch Wechsel in den Baumaschinenhandel, in Vermietungsfirmen oder in den Service von Herstellern sind möglich.
Aufgaben
- Bagger, Radlader, Planierraupen, Walzen und Krane auf der Baustelle bedienen
- Baugruben ausheben, Gräben ziehen und Flächen planieren
- Maschinen vor Arbeitsbeginn prüfen und täglich warten
- Hydraulik-, Motor- und Elektrikschäden erkennen und kleinere Reparaturen ausführen
- Baupläne lesen und GPS- oder Lasersteuerungen einrichten
- Maschinen auf Tieflader verladen, sichern und zur Baustelle bringen
- Lasten mit dem Kran anschlagen lassen, heben und absetzen
- Arbeitsabläufe mit Polier und Kollegen auf der Baustelle abstimmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Baugeräteführer oder Befähigungsnachweis als Maschinist
- Technisches Verständnis für Motoren, Hydraulik und Elektrik
- Räumliches Vorstellungsvermögen und sichere Hand-Auge-Koordination
- Körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zur Arbeit im Freien bei jedem Wetter
- Führerschein Klasse B, besser C oder CE
- Bereitschaft zu wechselnden und teils weit entfernten Einsatzorten
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Baugeräteführer mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinsteiger können über Maschinistenlehrgänge mit Befähigungsnachweis in den Beruf kommen, die je nach Gerät einige Wochen dauern. Der Lkw-Führerschein CE ist eine häufig verlangte Ergänzung.
Wo man arbeitet
- Bauunternehmen im Hoch- und Tiefbau
- Straßen- und Gleisbaufirmen
- Erdbau- und Abbruchunternehmen
- Steinbrüche, Kies- und Sandgruben
- Baumaschinenvermietungen
- Kranverleih- und Spezialtiefbaufirmen
Was du als Baugeräteführer verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.200 € 2.800 – 3.600 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.600 € 3.200 – 4.100 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.100 € 3.600 – 4.800 €
In tarifgebundenen Betrieben gilt der Tarifvertrag zur Regelung der Löhne im Baugewerbe in Verbindung mit dem Bundesrahmentarifvertrag Bau, wobei die Einstufung als Facharbeiter oder Spezialfacharbeiter den Stundenlohn bestimmt. Deutlich mehr verdienen oft Führer von Großgeräten und Kranen sowie Beschäftigte mit Auslösung auf Montage, weniger zahlen nicht tarifgebundene Kleinbetriebe und Abbaubetriebe.
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