IT-Systemelektroniker
IT-Systemelektroniker planen, installieren und warten IT-Systeme, Netzwerke und die dazugehörige elektrische Infrastruktur. Sie verbinden Elektrotechnik mit Informationstechnik und arbeiten häufig direkt beim Kunden vor Ort.
Das Berufsbild
Was macht ein IT-Systemelektroniker?
IT-Systemelektroniker sorgen dafür, dass Computer, Server, Netzwerke, Telefonanlagen und Sicherheitstechnik physisch und technisch funktionieren. Sie verlegen Netzwerkkabel, setzen Serverschränke auf, montieren WLAN-Access-Points und schließen Geräte an die Stromversorgung an. Anschließend konfigurieren sie Router, Switches und Firewalls, richten Betriebssysteme ein und prüfen, ob alles zusammenspielt. Ein großer Teil der Arbeit ist Fehlersuche: Warum fällt ein Netzwerksegment aus, warum startet ein Server nicht, wo liegt der Wackelkontakt. Anders als Fachinformatiker dürfen sie als Elektrofachkraft auch an der elektrischen Anlage arbeiten, also etwa Stromkreise für ein Rechenzentrum anschließen oder Geräte nach DGUV-Vorschrift prüfen. Dazu kommen Kundengespräche, Angebotserstellung, Dokumentation der Anlagen und die Einweisung von Nutzern.
Wie wird man IT-Systemelektroniker?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Seit der Neuordnung der IT-Berufe 2020 heißt der Abschluss offiziell IT-System-Elektroniker und wird vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt, die Abschlussprüfung ist in zwei Teile gestreckt. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein. Gute Noten in Mathematik und Physik helfen. Mit Abitur oder Berufserfahrung ist eine Verkürzung möglich. Quereinsteiger kommen oft aus dem Elektrohandwerk, etwa als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, und eignen sich die IT-Seite über Herstellerzertifikate an. Ein Quereinstieg ganz ohne elektrotechnische Ausbildung ist schwierig, weil die Qualifikation als Elektrofachkraft den Kern des Berufs ausmacht.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlicher, als viele bei IT erwarten. Kabel ziehen in Zwischendecken, Serverschränke tragen, auf Leitern arbeiten und in staubigen Technikräumen knien gehören dazu. Wer bei einem Systemhaus oder Dienstleister arbeitet, ist viel unterwegs und verbringt einen Teil der Arbeitszeit im Auto. Bei Störungen zählt Tempo, denn ein ausgefallenes Netzwerk legt einen Betrieb lahm. Das bedeutet Zeitdruck, gelegentlich Arbeit am Abend oder Wochenende und in vielen Betrieben Rufbereitschaft. Umbauten werden oft außerhalb der Geschäftszeiten erledigt, damit der Kunde weiterarbeiten kann. Die Technik ändert sich laufend, regelmäßige Weiterbildung ist deshalb nötig und findet nicht immer in der Arbeitszeit statt. Farbsehtüchtigkeit ist wegen farbcodierter Adern wichtig. Im Kundenkontakt braucht es Geduld, wenn Nutzer Probleme ungenau beschreiben.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Digitalisierung, Glasfaserausbau, Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik sorgen für volle Auftragsbücher, gleichzeitig fehlen Fachkräfte, die Elektrotechnik und IT gleichermaßen beherrschen. Nach einigen Berufsjahren bieten sich Spezialisierungen an, etwa auf Netzwerktechnik, Rechenzentren, Kommunikationstechnik oder IT-Sicherheit, häufig gestützt durch Zertifikate großer Hersteller. Die Aufstiegsfortbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Informations- oder Elektrotechnik oder zum IT-Spezialisten und Operativen Professional nach IHK-Regelung öffnet den Weg in Projektleitung und Teamführung. Mit Meisterbrief im Elektrotechniker-Handwerk ist auch ein eigener Betrieb möglich. Ein Studium der Elektrotechnik oder Informatik ist mit Berufserfahrung auch ohne Abitur zugänglich.
Aufgaben
- Netzwerk- und Datenkabel verlegen, auflegen und durchmessen
- Server, Switches, Router und WLAN-Komponenten montieren und konfigurieren
- Stromversorgung für IT-Anlagen anschließen und absichern
- Störungen an Hardware und Netzwerken eingrenzen und beheben
- Elektrische Geräte nach DGUV Vorschrift 3 prüfen
- Telefonanlagen, Video- und Zutrittssysteme einrichten
- Anlagen dokumentieren und Kunden in die Bedienung einweisen
- Angebote vorbereiten und Material kalkulieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als IT-System-Elektroniker oder vergleichbare elektrotechnische Ausbildung
- Qualifikation als Elektrofachkraft
- Technisches Verständnis und solide Kenntnisse in Mathematik und Physik
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Farbsehtüchtigkeit
- Führerschein Klasse B für Einsätze beim Kunden
- Grundlegende Englischkenntnisse für Dokumentationen und Software
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum IT-System-Elektroniker mit Abschlussprüfung vor der IHK. Bei Abitur oder guten Leistungen kann die Ausbildung auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden.
Wo man arbeitet
- IT-Systemhäuser und IT-Dienstleister
- Elektroinstallationsbetriebe
- Telekommunikationsunternehmen
- Rechenzentren
- IT-Abteilungen von Industrieunternehmen
- Öffentliche Verwaltung, Krankenhäuser und Hochschulen
Was du als IT-Systemelektroniker verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.000 € 2.700 – 3.400 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.700 € 3.200 – 4.300 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.500 € 3.900 – 5.500 €
Am stärksten hängt das Gehalt von der Branche ab: In der Industrie mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall, ERA) und bei großen Telekommunikationsunternehmen liegt es deutlich höher als in kleinen Systemhäusern oder Betrieben, die nach Tarifverträgen des Elektrohandwerks oder ohne Tarif zahlen. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L, Rufbereitschaft und Einsätze außerhalb der Arbeitszeit werden zusätzlich vergütet.
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