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stv. Wohnbereichsleitung

Stellvertretende Wohnbereichsleitungen sind Pflegefachkräfte, die in einem Pflegeheim die Leitung eines Wohnbereichs unterstützen und bei deren Abwesenheit vertreten. Sie pflegen selbst mit und übernehmen zugleich Organisation, Dienstplanung und Anleitung im Team.

Das Berufsbild

Was macht eine stellvertretende Wohnbereichsleitung?

In einer stationären Pflegeeinrichtung ist ein Wohnbereich eine Einheit mit meist 20 bis 40 Bewohnerinnen und Bewohnern. Die stellvertretende Wohnbereichsleitung arbeitet dort zum größten Teil in der direkten Pflege: Körperpflege, Medikamente stellen und verabreichen, Wunden versorgen, Vitalwerte kontrollieren, Pflegeplanungen schreiben und auswerten. Daneben übernimmt sie Leitungsaufgaben, die sie mit der Wohnbereichsleitung teilt oder in deren Urlaub und Krankheit allein trägt. Dazu gehören Dienstpläne erstellen und bei Ausfällen umplanen, Übergaben leiten, neue Kolleginnen und Auszubildende einarbeiten, Visiten mit Hausärzten begleiten und Gespräche mit Angehörigen führen. Sie achtet darauf, dass die Pflegedokumentation vollständig ist, und bereitet Prüfungen durch den Medizinischen Dienst mit vor.

Wie wird man stellvertretende Wohnbereichsleitung?

Voraussetzung ist eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann beziehungsweise ein älterer Abschluss in der Alten- oder Krankenpflege. Ein eigener Ausbildungsberuf ist die Stellvertretung nicht. In der Regel wird sie Pflegefachkräften mit einigen Jahren Berufserfahrung übertragen, die sich im Team bewährt haben. Viele Träger erwarten oder finanzieren eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Wohnbereichs- oder Stationsleitung, die je nach Anbieter und Bundesland mehrere Hundert Unterrichtsstunden umfasst und sich über ein bis zwei Jahre erstreckt. Für den Aufstieg ist sie meist Pflicht, für die Stellvertretung oft gewünscht.

Was der Beruf verlangt

Die Stelle verbindet die körperliche Belastung der Pflege mit der Verantwortung einer Leitung. Heben, Lagern und lange Wege gehören weiter zum Alltag, ebenso Früh-, Spät- und Wochenenddienste. Nachtdienste werden seltener, kommen aber vor. Der Personalmangel in der Altenpflege trifft die Stellvertretung besonders: Fällt jemand aus, muss sie Lücken schließen, Kolleginnen zum Einspringen bewegen oder selbst einspringen. Sie steht zwischen Team und Leitung, muss Entscheidungen vertreten, die sie nicht getroffen hat, und Konflikte ansprechen. Hinzu kommt ein hoher Anteil an Dokumentation. Wer gut organisiert, belastbar und klar in der Kommunikation ist, kommt mit der Doppelrolle besser zurecht. Der Umgang mit Sterben, Demenz und belasteten Angehörigen gehört ebenfalls dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird wegen der alternden Bevölkerung weiter steigen. Pflegeheime suchen dauerhaft Fachkräfte, die Leitungsaufgaben übernehmen wollen, viele Stellen bleiben länger unbesetzt. Die Stellvertretung gilt als typischer erster Schritt in die Führung. Wer sich bewährt und die Weiterbildung abschließt, kann Wohnbereichsleitung werden, später mit weiteren Qualifikationen Pflegedienstleitung oder Einrichtungsleitung. Auch Wechsel in Qualitätsmanagement, Praxisanleitung oder ambulante Dienste sind möglich. Ein Studium im Pflegemanagement öffnet zusätzliche Wege.

Aufgaben

  • Bewohnerinnen und Bewohner pflegen und Medikamente verabreichen
  • Pflegeplanungen erstellen und Dokumentation kontrollieren
  • Dienstpläne schreiben und bei Ausfällen umplanen
  • Wohnbereichsleitung bei Urlaub und Krankheit vertreten
  • Neue Mitarbeitende und Auszubildende einarbeiten
  • Arztvisiten begleiten und Absprachen umsetzen
  • Gespräche mit Angehörigen und Betreuern führen
  • Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachkraft
  • Mehrjährige Berufserfahrung in der stationären Pflege
  • Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung erwünscht oder geplant
  • Organisationsgeschick und Sicherheit in der Dokumentation
  • Belastbarkeit und Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddiensten
  • Körperliche Fitness für die Pflege
  • Durchsetzungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit im Team

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung, danach einige Jahre Berufserfahrung. Die Stellvertretung wird intern übertragen, häufig verbunden mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung von etwa ein bis zwei Jahren.

Wo man arbeitet

  • Stationäre Pflegeheime
  • Seniorenzentren mit mehreren Wohnbereichen
  • Einrichtungen für Menschen mit Demenz
  • Kurzzeit- und Langzeitpflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Was du als stv. Wohnbereichsleitung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.900 € 3.500 – 4.300 €
Mit Berufserfahrung
4.200 € 3.800 – 4.700 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.500 € 4.100 – 5.100 €

Seit 2022 müssen Pflegeheime nach Tarif oder tarifähnlich zahlen, häufig nach TVöD-P, den AVR von Caritas oder Diakonie oder Haustarifen privater Träger; die Stellvertretung wird meist über eine höhere Entgeltgruppe oder eine Funktionszulage vergütet. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen kommen hinzu und machen einen spürbaren Teil des tatsächlichen Einkommens aus.

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